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Verzweifelte Suche
Autor: Bodo Doering
Eingestellt am: 01.08.2006
Seite 5 von 9

„Kann jemand Wasser bringen?“ Ich wandte mich an die Umherstehenden, unter denen sich jetzt auch Hausbewohner befanden. Laubach überließ mir immer noch Handlungsfreiheit.
Das Wasser spülte einige der anhaftenden Fäkalien ab und ließ dann auch das Muster des bunten Stoffes erkennen, in dem das Kind eingewi-ckelt war.
„Lisa, das ist doch deine Kittelschürze!“ Hofer wandte sich aufgeregt an seine Freundin, die mit versteinertem Gesicht dastand und sich erneut eine Zigarette anzündete. Sie zuckte mit den Achseln, so, als ob sie die Frage nicht beantworten könnte.
Für sie antwortete eifrig eine Mitbewohnerin des Hauses: „Ja, die Kittelschürze kenne ich auch, die gehört der Frau Kunze, die Schürze kenne ich gut.“
Laubach richtete sich auf. Er starrte Lisa Kunze an, erkennbar aufgebracht. Dann zwang er sich zur Ruhe, räusperte sich und fragte: „Frau Kunze, wie erklären Sie sich das?“
„Ich weiß nicht, wie das Kind da hinein gekommen ist. Ich habe nur gemerkt, dass unser Klo verstopft sein muss, und da habe ich dann die anderen benutzt. Sonst weiß ich nichts, Herr Laubach.“
„Und die Kittelschürze?“ „Es kann sein, dass die Schürze mal mir war, aber ich weiß nicht, wie sie da hineingekommen ist, ganz bestimmt nicht. Zuletzt hing sie zum Trocknen da drüben unter dem Schuppendach.“
„Ulf, rufe Oberrat Kronberg an, er möchte bitte hier zum Fundort kommen, und den Staatsanwalt kann er gleich mitbringen“, wandte sich Laubach an mich. Kronberg war der Leiter der Kriminalinspektion.
Jemand hatte eine Zinkwanne hergebracht und mit frischem Wasser gefüllt. Der Fahrer des Tankwagens hob das Kind mit seinen dicken Gummihandschuhen auf und ließ es auf Geheiß von Laubach vorsichtig in die Wanne gleiten. Ich blickte wie gebannt auf die Kindesleiche. Ich hatte ja selbst einen kleinen Jungen im etwa gleichen Alter. Es würgte mich.
Nur langsam näherte sich Paul Hofer der Wanne. Er beugte sich vor und starrte auf den kleinen Leichnam. Dann wandte er sich an den Kriminalobermeister und flüsterte: „Ich bin mir sehr sicher, dass dies mein Helmutchen ist!“ Dann wandte er sich an Lisa Kunze und wurde heftig: „Was ist da passiert? Du musst doch etwas wissen!“ Doch die junge hochschwangere Frau blieb stumm und schüttelte nur den Kopf.
„Frau Kunze, ich nehme Sie wegen Mordverdachtes fest, denn allein kann das Kind da nicht hineingeraten sein!“, erklärte Laubach entschlos-sen.

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