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Polizei
Tote Nacht
Autor: Peter M. Schmid
Eingestellt am: 11.02.2006
So nennen wir es, wenn nichts los ist. Keine Anrufe, keine Einsätze, niemand unterwegs. So etwas kommt oft vor im Winter.
Es fällt mir schwer wach zu bleiben. Meinem Streifenpartner geht es genauso, also gähnen wir um die Wette und fahren weiter durch die neblige Nacht. Wie es aussieht wird es schwer bis zum Feierabend. Die Zeit dehnt sich endlos, wenn nur alle zehn Minuten ein Fahrzeug aus dem Dunkeln auftaucht.
Plötzlich klingelt unser Diensthandy. Wir sollen beschleunigt zu einen etwa zehn Kilometer entfernten Einsatzort fahren. Ein Mann hat sich in einer Scheune eingeschlossen. Angeblich will er sich das Leben nehmen.
Mit Vollgas durch die Nacht, während das Blaulicht immer wieder im Bodennebel aufblitzt. Es dauert nicht lange und wir sind da. Wach, mit Adrenalin im Blut.
Vor dem Haus werden wir schon erwartet. Die Freundin des Mannes und ein Bekannter winken aufgeregt.
Wir rennen mit ihnen in das Haus. Durch ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer geht es auf die große Terrasse. Dort, hinter einer grauen Metalltür, soll sich der Mann eingeschlossen haben und nun nicht mehr öffnen.
Ich hämmere ein paar Mal gegen die Tür. „Polizei, machen Sie die Tür auf!“ Nichts passiert, keinerlei Reaktion von Innen. Also presse ich mein Ohr gegen die kalte Tür und höre gedämpfte Musik. Ich ruf noch mal – wieder nichts.
Wir entschließen uns die Tür aufzubrechen, hektisch, denn nun zählt jede Sekunde. Von hinten bekomme ich ein Brecheisen gereicht.
Trotz mehrerer Versuche springt die Tür nicht auf. Ich kann nicht hebeln, weil die Hauswand im Weg ist. Meine Hand schrammt immer über die raue Wand. Jan meint „Gib her, ich versuch es auf der anderen Seite.“
Direkt hinter uns stehen die Freundin und der Bekannte mit bangen Gesichtern. Doch das darf uns jetzt nicht interessieren. Wir machen weiter – wir müssen schnell sein. Die Rettungssanitäter kommen, ich kann das Martinshorn hören.
In selben Moment als die Sanitäter die Terrasse betreten, gibt das Türscharnier nach, endlich springt die Tür auf. Die Musik wird lauter. Ein Stück aus einer „Kuschelrock-CD“. Mir fällt der Titel nicht ein, aber ich habe es schon oft gehört.


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