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Polizei
Er
Autor: Lothar Riemer
Eingestellt am: 04.10.2005
Er fühlte sich nicht wohl und wäre lieber zu Hause geblieben. Aber seine Frau freute sich schon seit Wochen auf den gemeinsamen Einkaufsbummel in München. Er hatte etwas Schuldgefühle ihr gegenüber und wollte nicht noch ein Wochenende der Spielverderber sein. Was war da schon dagegen das Ziehen in der Brust.

Der Polizist wird durch einen Funkspruch unterbrochen. „Isar 41/72, bitte begeben sie sich zum Bahngleis 23. Dort liegt eine bewusstlose Person. Ein Sanitäter der Bahnhofsmission ist auch verständigt.“

Er war froh, als der Zug in den Hauptbahnhof einfuhr. Die Beklemmung, Übelkeit und der Druck auf der Brust waren fast unerträglich. Er würde am Bahnhof erst mal tief durchatmen und mit ihr einen Kaffee trinken.

Der Polizist schiebt den Verwarnungsblock ein und begibt sich zur angegebenen Örtlichkeit. Die üblichen Gedanken begleiten ihn dorthin. Vermutlich wieder ein betrunkener Penner, der von der Wartebank gefallen ist. Egal, wenigstens keine Parksünder mehr verfolgen müssen.

Er geht schleppenden Schrittes Richtung Abteiltür, doch den Aufschlag am Boden des Bahnsteiges spürt er schon nicht mehr.

Der Polizist schiebt sich durch die Menschenmenge zur völlig verstörten Ehefrau und der am Boden liegenden Person. Gleichzeitig trifft der Sanitäter ein. Gemeinsam kümmern sie sich um den Mann. Atem- und Herzstillstand wird festgestellt, das notwendige Programm abgesprochen.

Er, bereits auf dem Weg in eine andere Welt, wird auf den Rücken gedreht. Im Hintergrund kann man die Frau weinen hören. Die Menschenmenge geht automatisch ein paar Schritte zurück.

Der Polizist übernimmt das Herz, der Sanitäter die Lunge. Eins fünf - eins fünf – eins – fünf. Eine Beatmung - fünf Pressungen. Der Beamte spürt sein Herz bis zum Hals schlagen, das des Fremden nur durch Fremdeinwirkung.



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