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Ungutes Gefühl
Autorin: Janine Binder
Eingestellt am: 05.06.2005
Ich liege im Bett, alleine. In seinem Bett. Der Platz neben mir ist leer und kalt. Ich taste mit der Hand übers Kissen, nein, er kann ja gar nicht da sein. Die Katze liegt auf meinen Beinen und spürt meine Unruhe. Kann riechen, dass etwas nicht stimmt und krabbelt unruhig durchs Bett. Ich stöhne und rolle mich auf die andere Seite. So oft hab ich schon hier gelegen, während er weg ist. So oft bin ich in seinem Bett eingeschlafen, obwohl er nicht da war. Immer mache ich mir Gedanken, was er wohl tut, ob er wohl vorsichtig ist. Aber so schlimm wie heute habe ich mich noch nie gefühlt. Dabei war alles ganz normal. Er hat sich angezogen, seine Tasche genommen, sich von mir mit einem Kuss auf die Stirn verabschiedet. „Tschüß, Kleines“ im Flur gerufen und sich auf dem Absatz noch mal umgedreht, um mir einen Kuss zu zuwerfen. Ich habe die Türe geschlossen und die Kette vorgelegt, dann habe ich versucht mich so lange wie möglich wach zu halten. Habe vor dem PC gesessen, ferngesehen und gelesen und die ganze Zeit hat mich ein unbestimmtes ungute Gefühl begleitet.
Ich wollte noch nicht schlafen, damit ich am nächsten Morgen nicht vor ihm aufwache und ihn mit meinem Gekrame aufwecke. Aber nun war es 5 Uhr. So langsam wollte ich Schlaf finden, aber er kam nicht. Ich malte mir schreckliche Situationen aus. Was ihm alles passieren könnte und sagte mir gleichzeitig, dass er der wohl umsichtigste Mensch ist, der mir je begegnete. Außerdem ist er groß und stark und kann sich gegen jeden verteidigen.
Mein Blick fällt auf die offene Schranktüre. Ich sehe seine Schussweste dort hängen und stoße einen Seufzer aus. Warum hat er sie nicht mitgenommen? Kommt mein komisches Gefühl daher? Ich schüttele den Kopf, um die schlechten Gedanken zu vertreiben. Kurz spiele ich mit dem Gedanken auf der Wache anzurufen und zu fragen, ob alles OK ist. Quatsch, damit mach ich mich bloß lächerlich. Und ihn auch. Ich dreh mich zur Seite und schlafe langsam ein. Ich höre Martinshörner im Traum. Sehe ihn in einer Blutlache liegen und wache schweißgebadet auf. Taste nach seinem Kissen und sehe auf die Uhr. 8 Uhr und das Kissen ist immer noch leer. Irgendwas stimmt nicht. Keine Nachricht auf meinem Handy oder dem AB.


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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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