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Tod - Lachen
Autor: Klaus Lange
Eingestellt am: 01.08.2006
Seite 2 von 2

Stereotype Ablufe bestimmten das Geschehen: Unfallstelle ausmessen, Zeugen befragen, Personal- und Fahrzeugpapiere verlangen, und so weiter, und so weiter.
Ein lterer Herr kam auf mich zu. Hatte ich ihn nicht schon mal gesehen?
Er zeigte auf die Hand, die unter dem Auto hervorragte;
"Meine Tochter", sagte er mit leiser, ruhiger Stimme. Mehr nicht.
Ich sah in sein bleiches Gesicht, kein Zeichen von Trauer, kein Ausdruck von Schmerz, keine Trnen, nichts, noch nicht.
Der Notarzt fhrte ihn zum Rettungswagen.
Kurz darauf sa ich im Streifenwagen, auf meinem Scho lagen diverse Papiere. Darunter ein Fhrerschein, ein grauer nach alter Art. Ich nahm ihn in die Hand und las den Namen.
Nein!, schrie es in meinem Kopf, dass kann nicht - darf nicht sein!
Ich klappte das Dokument auf, betrachtete das Jungmdchenfoto.
Erschreckendes Erkennen, Fassungslosigkeit! Mareike!
Sie lchelte mich an, wie sie es in all den Jahren so hufig getan hatte. Fnf Jahre sa sie vor mir.
Das Klassentreffen im letzten Herbst, frhliches, albernes, herzliches Lachen.
Zuknftig ohne sie. Kein Lachen mehr ber ihre geniale Fhigkeit, andere Menschen zu parodieren, nie mehr!
Lhmend befiel mich tiefe Betroffenheit. Gott sei dank griff irgendwann rettend die Routine, ich funktionierte mechanisch.
Dennoch blieb ich nicht bis zum Schluss an der Unfallstelle, wartete nicht ab, bis der auf dem Dach liegende Pkw angehoben worden war. Das musste nicht sein, dieses eine Mal nicht.
Wo war mein Lachen, ich hatte keinen Zugriff mehr auf dieses bertnchende immer alles Totlachen?
Eine bis dahin nie erlebte Nhe, die gefrchtete Schwche, urpltzlich war sie da!


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