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Das Gesicht des Bösen
Autor: Michael Kraus
Eingestellt am: 06.09.2004
Das erste Mal sah ich ihm am Fenster. Seine Gestalt stand mir gegenber, schwerfllig und trge und doch geprgt von unstillbarem Zorn. Ohne zu wissen wer er war sprte ich die Bedeutung die er meinem Leben gab und noch immer gibt. Damals verwarf ich noch den Gedanken an seine Existenz, aber ein Wissenskeim hatte sich in meiner Seele eingebettet. Die Logik jedoch lie mich zweifeln, und mein gesunder Menschenverstand scheute die berlegungen, die ich anstrebte. Die Idee, die sich in mir ausbreitete wie eine Krankheit, war Wahnsinn, reiner Wahnsinn. Sie entsprang einem Geist, der Antworten suchte und dabei nur neue Fragen fand, einer Seele, dessen Reinheit Schutz suchte und einem Verstand, der das Unfassbare gesehen hatte.
Die Zeit wurde meiner Eingebung zum Nhrboden und meine Zweifel verebbten. Es musste ihn geben, so vieles wurde durch ihn erklrbar. Alles htte einen Sinn, wrde durch ihn verstndlich. Ist denn nicht die Wirkung einer Kraft Beweis fr ihr Vorhandensein? Knnen und sollen wir uns den Allem verschlieen was wir zu Glauben solange bereit waren? Waren es nicht schon immer unsere Visionen, die uns neue Perspektiven gaben, neue Mglichkeiten erffneten? Mit einemmal erkannte ich die Hintergrnde, sah einen Sinn in meinen sinnlosen und endlosen Kampf, den ich schon so lange fhrte. Meine Jagd sollte eine neue Dimension erhalten, ein Ende wurde mir in Aussicht gestellt und ich nahm dieses Angebot an, auch wenn es meine letzte Herausforderung enthielt. So viele seiner Diener hatte ich gesehen, so viele seiner Jnger zur Strecke gebracht, aber den Kreislauf konnte ich nicht durchbrechen, aber nun sollte es endlich ein Ende finden, sollte der letzte Kampf geschlagen werden und die Welt den Frieden finden, den sie verdient. So wurde ich zum Glubigen meiner eigenen Religion, die sich allein auf ihn strzte und ihn zum Ziel meines Kreuzzuges machte.


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