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Polizei
Das Begräbnis
Autor: Jürgen Menzel
Eingestellt am: 19.08.2003
Seite 2 von 2

Hastig mussten Kellner laufen, um die Speisen breit zu tragen,
denn jetzt hieß es Fell versaufen, harte Arbeit für den Magen.
Neben mir, der Hempel Fritz, hatte Mühe auf dem Sitz.
Hielt das Tischtuch fest zur Hand, wehe, wenn der einmal stand!
Und dann kam, was kommen musste, Fritze stand auf einmal auf,
zog mit Tischtuch Richtung „Örtchen“, hinter ihm Geschirr zu hauf.

Seiner Schwägerin Gerlinde fuhr die Wut ins Angesicht:
„Wenn der wiederkommt, der Dussel, mach ich ihm ein Standgericht!“
Listig lauert sie am „Örtchen“ ihrem Delinquenten auf,
doch der Fritz blieb lang verschollen, ging die Hintertreppe rauf.
Zu des Kneipers jüngster Tochter wollte Fritz ins Kämmerlein,
doch schon auf der halben Treppe schlief er selig grunzend ein.

Und im Saale Unterhand, war auch noch ein Streit entbrannt:
- Ob die Balken in der Mitte wirklich baulich nötig sein
oder ob die Statik litte, risse man sie einfach ein.
Da nun fehlte guter Rat, schritt man einfach mal zur Tat.
Eine Axt war schnell besorgt, arglos von dem Wirt geborgt.
Bald schon schlug die erste Säule ins Parkett `ne tiefe Beule.
Etwas Putz kam noch hernieder, und danach sah man sich wieder.
Somit war es logisch schlüssig, dass die Balken überflüssig.
Als der dritte Balken lag, sah man dass der helle Tag
abgerückt in weite Ferne, denn durchs Dach sah man jetzt Sterne.
Auch die Wand der Balustrade war auf einmal nicht mehr grade
In der Folge fiel sie runter, mit dem Fritz, der wieder munter.

Wie der Wirt nun lauthals fluchte und die Balustrade suchte,
band man ihn dann kurzerhand an die Reste einer Wand.
Dort fand ihn nur Stunden später unsres Dorfes Feuerwehr,
bei der Räumung aller Trümmer, denn die Kneipe gibt’s nicht mehr!
Wird bei uns im Dorf gefeiert, geht es immer hoch hinaus.
Grosse Feste, gut gesteuert, löschten manchen Ortsteil aus.

Unsres Ortes tiefster Dank gilt den Spenden unsrer Bank.
Auch der Firma Allianz dankt man neue Bausubstanz.
Beide sind nun leider pleite, keiner hat es überlebt,
dass der Ort, wenn er mal feiert, abbrennt, einstürzt oder bebt.
Und zum Ende liebe Leser, mir nur noch als Schlusswort bleibt,
ich bin hier der Bürgermeister, der den ganzen Unfug schreibt.




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