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Lauf der Zeit
Autor: Harald Kratzel
Eingestellt am: 26.10.2008
Eine Beziehung, in der Glut der Leidenschaft geboren, von strahlend kräftiger Liebe umgeben, die allen Widrigkeiten Stand zu halten schien, einzig der Zeit unterliegt. Die Zeit, die die leidenschaftlichen, verständnisvollen, liebenden Blicke des Beginns nach Jahren des Zusammenlebens weichen lässt, sie zu emotionslosen, vom Alltag erblindeten, abgestumpften, grausam kalten Blicken wandelt, die unfähig sind, das Positive zu erkennen, umso schärfer jedoch all das Fehlerhafte aufspüren, einem Rasterelektronenmikroskop gleich die kleinsten Unzulänglichkeiten gnadenlos an den Tag bringen und auf ein unerträgliches Maß vergrößern. Unzulänglichkeiten, die noch vor Jahren mit einem liebenswürdigen Lächeln erkannt und zur Seite gelegt worden wären.
Die Zeit, die einfachen Worten der Zuneigung Hässlichkeiten hineingibt, die ungewollt Verletzungen verursachen, die niemals mehr heilen, beständig größer werden, Liebe zu Gleichgültigkeit, Gleichgültigkeit zu Verachtung, Verachtung zu Hass werden lassen.
Die Zeit, die liebenden Gesten verletzende Inhalte verleiht, die niemals beinhaltet, aber zur Realität werden.
Die Zeit, die den unendlich großen Wunsch des Anfangs, den anderen zu lieben, zu schützen, ihm zu vertrauen, in den noch viel größeren Wunsch umwandelt, den anderen zu verletzten, zu betrügen, zu hassen.
Den Lauf der Zeit kann ich nicht akzeptieren, da auch unsere Liebe aus der Glut der Leidenschaft geboren wurde, die zwar längst erloschen, aber zu einer beständig wärmenden Flamme geworden ist. Ich erkenne im Lauf der Jahre auch Deine Fehler, wie Du die meinen, lerne Dich über sie immer besser kennen, erkenne den ganzen Menschen, der mehr als nur Liebender, der Facetten erkennen lässt, die einem Mosaik gleich ein Gesamtbild ergeben, das ungleich schöner ist als das Bild der ersten Stunde.
Der Lauf der Zeit kann mich nicht zwingen, Dich anders als mit warmen, liebenden Augen zu sehen, Deinen Erzählungen zu lauschen, die Worte fließen zu lassen, ohne ihnen Gemeinheiten zu geben, kann mich nicht hindern,
Dich zu lieben.


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