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Ameisen
Autor: Harald Kratzel
Eingestellt am: 26.10.2008
Ameisengleich, unentwegt eifrig bestrebt, wie die Arbeiterinnen das Kollektiv zu versorgen, die Aufzucht zu sichern, den Ameisenhaufen durch Soldaten vor schädlichen Einflüssen und Feinden von außen zu schützen, die Königin im Zentrum umsorgt von einem Staat an Bürgern, sind auch wir Menschen mit ihnen zwar nicht in Art, Rasse und Gattung, so zumindest im Geist vergleichbar.
Den Aufschrei des Lesers kann ich bis hierher vernehmen, sind wir doch vernunftbegabte Wesen, die sich der eigenen Existenz, ihres Seins bewusst und von daher nicht vergleichbar mit diesen tumben, vom Instinkt gelenkten dummen Wesen.
Und doch, Tag für Tag eilen wir zur Arbeit, bestrebt, das eigene Wohl, das der Firma und das des Staates zu mehren, geben uns voll und ganz der Pflicht hin, sind jederzeit austauschbar, ersetzbar, haben keinen messbaren Wert im großen Kollektiv, unabhängig von der zugedachten Rolle im Spiel, vernachlässigen das eigene Ich, geben es oft gänzlich auf, verfallen im zur wertlosen Tatenlosigkeit verdammten Ruhestand, werden beschützt von Soldaten, die die gewählte Ordnung vor Angriffen sichern, für diese Gesellschaft bereitwillig und ohne zu zögern ihr Leben in die Waagschale werfen, gelenkt von einer Regierung im Zentrum, die königinnengleich, wenn auch demokratisch gewählt, dann doch unbeeindruckt der empfundenen Bedürfnisse Einzelner die Fäden spinnt, um das Gesamtgefüge zusammenzuhalten.
Aus der Ferne des Weltalls betrachtet könnte derselbe Eindruck vom Menschen entstehen, wie der Eindruck eines Menschen, der einen Ameisenhaufen betrachtet.
So sieht also der Betrachter aus dem Universum nichts anderes als Ameisen, die tumb und anscheinend von ihren Instinkten gelenkt das Funktionieren des Ameisenhaufens gewährleisten, denn unsere Vernunft kann er in den ganzen Zerstörungen, die wir zur Sicherung unseres Ameisenhaufens anrichten und die in der Zerstörung des Ganzen zu münden scheinen, nicht erkennen. Noch weniger kann er sie in unseren Grausamkeiten gegenüber anderen Ameisen, die zwar ein großes Maß an Einfallsreichtum, jedoch nicht an Vernunft erkennen lassen, erahnen, wie er sie auch nicht in der Art, wie wir dies Tag für Tag automatenähnlich immer und immer wieder wiederholen, erkennt.
So muss der Eindruck entstehen, dass diese Ameisen handeln, ohne sich ihrer Existenz bewusst zu sein, würden sie diese doch ansonsten nicht so leichtfertig weggeben.


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