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Polizei
Die Kellerspinne
Autor: Jürgen Menzel
Eingestellt am: 12.02.2003
Unter einer Mauerzinne, tief im Keller, lebte sie –
Gundula, die Kellerspinne, war ein ungewöhnlich schlaues Vieh.
Listig webte sie die Netze, fing Insekten darin ein.
Brachte somit die Befreiung von so mancher Mückenpein.
Jeder konnte sie gut leiden, wegen ihrer Nützlichkeit,
doch es sollte schlimmer kommen, in der kalten Jahreszeit.

Eines Morgens kommt die Gundel aus der Mauerfuge her,
sucht im Netz nach Leckerbissen, doch das Ding ist leider leer.
"Hat etwa der Karl geräubert, der als Nachbar ihr bekannt,
oder gar die alte Lotte von der feuchten Kellerwand?"
Spinnen haben kein Gewissen und so kam`s wie`s kommen muss,
Gundel eilte zu den Nachbarn, gab ihn ihren Todeskuss.

Frisch befreit von Konkurrenz legt sich Gundel auf die Lauer,
lebt jetzt wie im schönsten Lenz, aber nicht von langer Dauer.
Riesengroß sind ihre Nöte, als sie durch den Keller schaut,
auf die alte dicke Kröte, die grad "ihren" Fang verdaut.
Und so bleibt sie mit dem Hunger und der Wut im Bauch allein,
krabbelt mit den letzten Kräften in ihr Spinnenhaus hinein.

Und dort grübelt sie verbissen, "wo bekomm ich Nahrung her?"
Keine Fliegen, keine Mücken, einen Frosch, das ärgert sehr!
"Ob ich mal mit andrer Nahrung übern Winter kommen kann?"
"Fleischlos wie ein Vegetarier?" Iihh - sie denkt nicht gern daran.
Doch der Hunger martert weiter, Gundula fasst den Beschluss,
dass sie in den nächsten Tagen halt Kartoffeln essen muss.

Gundel kriecht recht widerwillig, randgefüllt mit tiefstem Groll,
runter zur Kartoffelhorde, wo sie Knollen essen soll.
Langsam seilt sie sich am Faden, wie ein mutiger Pirat,
unter tausend bösen Flüchen auf die Gen-Kartoffeln ab. Als das erste Stück im Magen, schüttelt sich der ganze Leib,
werden Gene übertragen, in das arme Spinnenweib.
In der Folge ihrer Mahlzeit ist die Gundel völlig satt
und bemerkt an ihrem Körper, dass der sich verändert hat.


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