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Dino, ich kann das nicht!
Autor: Wolfgang Sahmel
Eingestellt am: 06.01.2007
Seite 2 von 3

Der Mann bei Guido ruft nun auf Deutsch: "Ich bin ein schlechter Vater, ich komme zu dir mein Sohn, ich will nicht mehr leben!" Sanitäter ergreifen den Mann und führen ihn fort. Guido sagt mir, dass er klar komme, ich könne ruhig erstmal gehen, den Sachverhalt abklären.

Auf dem Parkplatz kommt mir Wolfgang entgegen, Sonja wird von Kathrin zur Wache gebracht, die Leitstelle hat bereits das Betreuungsteam benachrichtigt, ihre Versorgung ist sichergestellt. Darüber hinaus sind Seelsorger verständigt und nach hier unterwegs. Ich atme auf, suche Isabell und sehe mit Erstaunen, dass sie sich um zwei Kinder kümmert. Wolfgang ist für die Schaulustigen und die soeben eintreffende Presse zuständig – jetzt spult der normale Einsatzfilm ab, die Geschäftigkeit lässt kaum Zeit zum Denken, Fragen werden gestellt und beantwortet, es wird gefunkt und telefoniert. Mittlerweile weiß ich, was passiert ist:

Die Eltern, russischstämmige Aussiedler, haben erst vor drei Tagen die Gartenparzelle angemietet. Der Vater war mit seinen vier- und einjährigen Söhnen im Garten, um dort die Beete zu bestellen. Die Mutter wollte nachkommen, weiß noch gar nichts von den Ereignissen. Die Kinder spielten im Bereich einer Regentonne mit Wasser. Sie schöpften mit einer Kindergießkanne Wasser und gossen damit Pflanzen. Was der Vater weder registrierte noch ahnte, war, dass die Regentonne eine unglaubliche Gefahr für seine Söhne barg. Sie war zur Hälfte im Boden eingelassen, keiner wusste, dass das Wasser 80 Zentimeter tief war. Der Vater ging nur mal eben um das Häuschen in den Schuppen um ein Gerät zu holen oder etwas unterzustellen. In diesem Moment fiel der Kleine kopfüber in die Tonne, sein größerer Bruder versuchte verzweifelt, ihn herauszuziehen, wichtige Minuten verstrichen. Dann lief der Junge ums Haus, den Vater holen. Als dieser seinen Sohn aus der Tonne zog, ist der schon bewusstlos. Der Vater rannte um Hilfe rufend aus der Parzelle, aber der Teufel hatte seine Finger im Spiel: in dieser Reihe war niemand! So musste der Mann gut zweihundert Meter laufen, bis das ältere Paar auf ihn aufmerksam wurde. Sie legten das Kind auf die Wiese, eine Frau, zufälligerweise Krankenschwester, kümmerte sich darum, das Paar rief per Handy Hilfe, leider zu spät.

Die Kripo kommt, ich übergebe den Einsatzort, eigentlich wäre für uns jetzt Schluss. Die Seelsorger kümmern sich um die zahlreich erschienenen Familienangehörigen, den Opa, die Tante und natürlich um den Vater. Da kommt völlig unvorbereitet eine Frau auf den Platz, eine kleine Plastiktüte in der Hand – die Mutter. Noch einmal sind die Nerven bis zum Bersten angespannt, die traurige Pflicht, ihr mitzuteilen, was passiert ist - böse Momente! Dann nehmen die Seelsorger auch die Mutter in ihre Obhut.

Ich gebe meinen Leuten Bescheid, dass wir zurück zur Wache wollen, Guido soll mit Wolfgang fahren, ich will mit Isabell fahren, die immer noch vollkommen gefasst ist, sogar für mich ruhige Worte findet. Doch da wehrt sich Guido plötzlich, er will mit mir fahren. Was hat er gegen Wolfgang? Was ist passiert? Wolfgang schnappt sich Isabell und fährt los, ich stelle Guido zur Rede.

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