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Der Mann im Erdgeschoss
Autor: Lars Brand
Eingestellt am: 04.01.2007
Es ist warm, schwülwarm. Ein typischer Augustabend in der Rheinebene. Die Nachtschicht hat eben begonnen und wir sind gut gelaunt. Noch einen gemütlichen Kaffee, ein paar kleine Witze, Randbemerkungen und Austausch über Frau, Kind, Hobby und Freizeit.

Okay, dann mal los. Sehen wir, was auf der Straße los ist. Sachen packen, ab ins Auto, raus aus dem Hof. "Lass bloß die Klimaanlage aus!" denk ich mir und mach schon mal demonstrativ die Scheibe runter. Aber X denkt ja genauso – hatte ich vergessen.

Rege Betriebsamkeit in den Straßen der Kleinstädte im Speckgürtel des Ballungsraumes. Aber der Abend ist zu jung und die Stimmung zu gut, um sich gleich über die kleinen Möchtegern-Gangster am Straßenrand aufzuregen, die uns misstrauisch beäugen. "Kleinvieh! Die machen nicht mal richtigen Mist." meint X beiläufig. Sein Sohn hat wieder mal ne Medaille im Sport bekommen. Stolz wird davon berichtet. Dann kommt der Funkruf: "Fahrt mal nach XYZ, in der Sonstwostraße hat sich eben der Hausmeister gemeldet. Im Treppenhaus stinkt es und er hat den Mieter aus dem Erdgeschoss schon lange nicht mehr gesehen," meldet sich der Dienstgruppenleiter. "Ja, klar." Na toll! Viel besser hätte es nicht laufen können, heute abend! "So ein Sch…" meint X nur kurz. "Der Abend ist schon wieder gegessen…"

An der Haustür erwartet uns der Anrufer, teilt uns mit, dass er den Herrn aus dem Erdgeschoss schon lange nicht mehr gesehen habe, der Briefkasten sei überfüllt. Der Nachbar bestätigt, er habe losen Kontakt gehabt, bis vor zwei Wochen. Amerikaner und merkwürdig sei er, der Mann aus dem Erdgeschoss. Da kein Zweitschlüssel vorhanden ist, kommt der Schlüsseldienst.

Für solche Fälle habe ich immer vorgesorgt und krame das getragene Halstuch meines Hundes aus der Einsatztasche heraus. Da riecht man nix mehr, nur noch Hund…und doch; die Tür geht auf und der Müll fällt mir entgegen. Hinter mir werden spielende Kinder auf die Straße zurückgeschickt, draußen versammelt sich die Meute – kein besonders anständiges Viertel hier. Ich kann kaum gehen, überall Müll – und der Hund versagt. Ein beißender, süßlicher Duft. Ich sehe ihn nicht, aber er ist hier, definitiv! Ich nicke X zu, der im Treppenhaus steht und die Massen fernhält.



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