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Der Tod kommt leise
Autor: Andreas Reiser
Eingestellt am: 04.01.2007
Seite 2 von 2



Tage später erhalte ich die Nachricht: Natascha ist im Krankenhaus an den Folgen einer Hirnblutung gestorben. Das kann doch nicht sein! Sie hatte keine sichtbaren Kopfverletzungen davongetragen. Haben die Ärzte vielleicht etwas übersehen? Ich mag das nicht glauben. Sie war doch noch so jung, hatte das Leben noch vor sich!

Natascha war bei den Lehrern und Mitschülern gleichermaßen beliebt. Die Nachricht von ihrem Tod versetzt die Schule in einen kollektiven Trauerzustand. Die Anteilnahme ist überwältigend. So etwas ist mir bislang nicht untergekommen.

Nach der Beerdigung nehme ich Kontakt mit den Eltern auf. Sie empfangen mich mit traurigen und leer geweinten Augen. Sie wollen alles genauestens über den Unfallhergang wissen. Ich bin mir unschlüssig. Trotz ihrer Trauer machen Sie aber einen relativ gefassten Eindruck. Ich berichte ihnen über den Stand der Ermittlungen und zeige ihnen wunschgemäß einige Bilder. Es tut gut, über das Geschehene zu reden. Ich weine still mit den Eltern.

Dieser neuerliche Schulwegeunfall mit tödlichem Ausgang ist für Tage und Wochen das Thema in der Presse, den Schulgremien und der Kommunalpolitik. Diskussionen, Schuldzuweisungen, Lösungsversuche. Letztendlich lenken die Verkehrsbetriebe ein, die Geschwindigkeit für das Passieren der Kreuzung und des Schienenüberganges auf 30 km/h zu reduzieren. Die Maßnahme scheint bislang zu greifen.

Die Stadtbahnen der neuen Generation sind geräuscharm und schnell. Was für Fahrgäste und Anwohner angenehm ist, kann für andere Verkehrsteilnehmer fatale Folgen haben: der Tod kommt leise.


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