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Polizei
Blut auf dem Schuh
Autor: Andreas Penningbernd
Eingestellt am: 11.11.2006
Seite 2 von 2

Die Demonstranten rennen, sie rennen vor uns weg, einer schafft es nicht, Hans schlägt zu, und trifft mehrmals, ich laufe weiter, und werde getroffen, ein Stein bringt mich ins Wanken, ich taumle, falle auf die geschützten Knie - verharre - halte mir den behelmten Kopf. Ich starre auf den Boden, eine Blutlache vor mir – meins? Dann sehe ich ihn liegen, zwei Meter vor mir, einer von den Schwarzen, rotes Blut auf schwarzen Klamotten, er liegt auf dem Boden. Ich kann nicht denken, ich falle um. Mir wird schwarz vor Augen.

Im Krankenzimmer wache ich auf. Mein Schädel brummt. Immer noch in den Einsatzklamotten, meine Weste und mein Helm auf dem Boden. Ich schaue an mir runter, auf meine schwarzen Stiefel, und sehe das Blut auf dem Schuh, das Blut eines anderen Menschen. Warum nur? Hans kommt rein: "Wir haben gewonnen, Alter! Wir haben sie platt gemacht!" Mir wird schwindelig. Alles dreht sich. "Das wird schon wieder! Diese linken Zecken, einen von denen habe ich mir vorgenommen, der hat auch 'ne Menge Kopfschmerzen!"

Ich kann nicht antworten. Ich höre sein Geplapper, ich weiß nicht, was gut oder schlecht ist oder wer das alles hier verursacht hat, und ich denke, so einfach ist das auch nicht! "Was ist mit dem Demonstranten, der mit dem Blut?" frage ich Hans. "Der?" antwortet er immer noch euphorisch, "der liegt im Krankenhaus, der hat den Knüppel ordentlich gespürt!" Das macht mir Angst: Knüppel, Blut, mein Kopf, und das Blut eines anderen Menschen, das wollte ich nicht, nicht so, nicht bei diesem Thema! Es vergeht ein langer Moment des Schweigens. Dann ein Gedanke, Unzufriedenheit gepaart mit Schmerzen, Unverständnis, und nicht verstehen! Was mache ich eigentlich hier? Warum nur? Mit Schmerzen schlafe ich schließlich ein. Ich will heute nicht träumen!


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