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Überraschungsei
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Autorin: Kerstin Pfrepper
| Für unsere Praktikanten tun wir alles.
Also fange ich einmal an. Es war ein Sonntag, meine letzte Schicht vor dem lang ersehnten Urlaub.
Eigentlich hatten mein Kollege Harry und ich dieses Wochenende frei. Da Kollegen erkrankten, übernahmen wir zusätzlich die Frühschicht. Uns steckte bereits eine ganze Arbeitswoche in den Knochen.
Nun war es so weit. Sonntag, letzter Dienst vor dem Urlaub. Ausgelassen fröhlich verließ ich um 03:45 Uhr mein kuschelig warmes Bett. Wie jeden Morgen um diese Zeit wusch ich im Bad das mir unbekannte Gesicht, welches mir aus dem Spiegel entgegenblickte und fuhr anschließend zum Dienst.
Dienstbeginn 05:00 Uhr. Noch während ich in meine Uniform schlüpfte, hörte ich den Dienstgruppenleiter schreien: „Einsatz, beeilt euch, ich brauche jeden Mann.“
Na gut, dachte ich, mit mir spielt wieder keiner, denn ich bin eine Frau und der Dienstgruppenleiter schreit nach Männern.
Falsch gedacht. Für Harry und mich kam der Einsatzbefehl. „Busunglück auf der A 9, fahrt sofort los, nehmt den Praktikanten mit. Eigentlich nicht unser Zuständigkeitsbereich, aber bei so einem Unglück jede helfende Hand gebraucht.
Für den Polizeischüler Jörg war das sein erster Tag in der Praxis.
Wir heizten in Richtung Unfallstelle los.
Ein Blick auf die Tankuhr verriet: Tank leer. Die Idioten von der Nachtschicht hatten wieder einmal das Auto nicht betankt. Schnell zur Tankstelle gedüst. An unserem hastigen Hantieren beim Tanken merkte die Frau von der Tanke sofort, dass wir es eilig hatten und rief uns entgegen: „Bezahltbezahlt später!“
Die Ausfahrt war weithin sichtbar vorschriftsmäßig gesperrt. Dennoch konnte ein junger Mann nicht fassen, dass er diese Ausfahrt nicht benutzen kann. Er stieg mitten auf der BAB aus seinem Fahrzeug und gestikulierte und lief auf der Fahrbahn umher. Ich dachte, dass ich jeden Moment vor Schreck tot umfalle. Mein Blut gefror in den Adern.
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"Ich entschloß mich von dem Standpunkt meiner eigenen
Erfahrungen zu schreiben, von dem was ich wusste und was ich
fühlte. Und das war meine Rettung...
... Was ist Original? Alles was wir tun, alles was wir
Denken existiert bereits und wir sind nur Vermittler. Das ist
alles. Wir machen von dem Gebrauch was bereits in der Luft ist."
Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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