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Mit Heinrich III. im Wendland
Autor: Ludwig Eulenlehner
Eingestellt am: 10.10.2006
Seite 2 von 2

Aus dem mittlerweile bekannten Baumarkt besorgen wir ein provisorisches Ersatzteil für die Großküche und bauen es ein. Alles läuft wieder normal. Der Bedarf an heißen Getränken ist enorm. Heinrich produziert pausenlos.
Morgen soll die bayerische Küche Landestypisches auftischen: Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut. Heinrich ist für die Knödelproduktion vorgesehen. Fast tausend Knödel sollen auf die Teller. “Auf geht’s!“ Die Küchenhelfer drehen wie am Fließband. In Heinrichs Aufbau dampft und brodelt es wie in einem Vulkan. Vom Wasti sind nur noch die Umrisse im Küchendampf zu sehen. Die Mannschaften erhalten pünktlich ihr Mittagessen und sind begeistert. Das Lob aus dem Munde zufriedener Kollegen lässt unsere geröteten, schlafentwöhnten Augen wieder strahlen.
Kaffee und Tee werden bei dieser Kälte ständig benötigt. Heinrich funktioniert tadellos, braucht jedoch von Zeit zu Zeit neuen Brennstoff aus dem Ort. Beim Einkauf fällt mir Eigentümliches auf. An der Tankstelle des Ortes werden unsere Dienstfahrzeuge neben den Pkw von Atomkraftgegnern betankt. Man steht sich an der Tanksäule gegenüber. Es ist eine eigentümliche Stimmung. Ein Abschätzten? Ein Ignorieren? Ein Tolerieren? - Mir bleibt diese seltsame Situation lange im Kopf.
Die Tage vergehen, es wird zur Routine, früh aufzustehen und spät ins Bett zu kommen. Unsere Unterkunft ist mittlerweile gefüllt. Es wird in Schichten geschlafen. Es riecht nach Küchendunst aus den Klamotten und unseren Poren, es riecht nach allem Möglichen. Ich hoffe, bald wieder daheim in meinem Bett zu schlafen, meine Lieben in den Arm zu nehmen. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig. Heinrich kommt üblicherweise als einer der Ersten zum Einsatzort und fährt als einer der letzten in Richtung Süden.
Schließlich ist es so weit: Die Bewohner des Wendlands bleiben in ihrer Heimat, wir aber können Gorleben verlassen.


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