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Polizei
Vorstadtsacher
Autor: Thomas Eppensteiner
Eingestellt am: 12.10.2006
Seite 2 von 2

Nach zwei sahen wir uns wieder, ein Gast randalierte, kein weiterer Wagen frei. Die Wirtin, drei Gäste, leise Musik aus der alten Anlage, der Dartautomat. Der Mann wollte nicht gehen, hatte keine Kohle mehr, um weiter zu trinken. Geschenke gibt’s hier draußen nicht. Nur gescheiterte Seelen, zerbrochene Hoffnungen und jede Menge Frust. Nachdem wir unsere Handschuhe anhatten, packten wir ihn links und rechts und entfernten ihn aus dem Lokal, zwei Gäste und eine Wirtin sahen uns hinterher.
Obwohl er erst eine Stunde zuvor den Verdacht geäußert hatte, einer meiner sieben Väter zu sein, konnte er sich jetzt an seinen „Sohn“ nicht mehr erinnern, adoptierte aber nun meinen Partner. Er fasste mich an, kam in den unsichtbaren Kreis, der mich umgibt. Innerhalb dieses halben Meters wollte ich ihn nicht haben, bin selbst in so einer Raupe aufgewachsen, spreche seine Sprache. Er verstand mich und wankte heim, kein Grund für uns, weiter einzuschreiten.
03.20 Uhr. Wieder dort hin. „Reglose Person vor Lokal.“ Unser „Vater“ sitzt am Randstein und blutet aus einer tiefen Platzwunde über dem rechten Auge. Für allerlei Beleidigung hat die „reglose Person“ allerdings noch genug Energie. Nein, Zigarette bekommt er keine von mir. Nicht mal Mitleid habe ich über, nach einundzwanzig Stunden Dienst.
Die Zeit verschiebenden Mächte haben endlich ein Einsehen, denke ich mir, während ich den Lichtschein sehe, den das Blaulicht des Rettungswagens auf die Raupe gegenüber von mir wirft. Die Sanitäter sind mindestens genauso müde wie ich es gerade bin.
„Ist wohl gestürzt, der Arme“, stellt einer der beiden eine Erstdiagnose.
„Ja, wird wohl so sein. Das Lokal ist zu, keine Zeugen. Wir haben in zwölf Stunden sowieso wieder Nachtdienst. Da werden wir die Wirtin befragen“, entgegne ich.
Unser „Vater“ liegt bereits auf der Trage und wird in den Rettungswagen eingeladen, als wir weiterfahren, weg von den Raupen. Wir rücken ein, endlich Dienstschluss.
„Mach noch eine Runde durch die Felder, dann kann ich besser einschlafen“, bitte ich meinen Partner.


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