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Polizei
Mein Bein bekommt keiner!
Autor: Robin Michenbach
Eingestellt am: 26.09.2006
Seite 2 von 2

Auf dem Zettel war in einer feinen, weiblichen Handschrift zu lesen:
„Ich liebe Euch alle, aber mein Bein bekommt keiner.“
Keine Unterschrift, kein weiteres Wort, das war alles.
Der Kollege machte eine Pause und rief mich aus dem Raum. Er sagte, er wisse nach dem ersten Gesprächen mit dem Ehemann und unseren Feststellungen dann wohl was passiert sei.
„Die Frau hatte Krebs“, begann er zu erzählen. „Wohl schon ziemlich weit fortgeschritten.
Heute Vormittag hatte sie einen Termin in der Uni-Klinik. Dort sollte ihr aufgrund der Erkrankung ein Bein amputiert werden. Alle waren gestern Abend früh zu Bett gegangen, wollten fit sein für heute.
Der Mann hatte Schlaftabletten genommen, da er durchschlafen wollte. Seine Frau hatte in den letzten Nächten, aufgrund der Schmerzen, immer wach gelegen, wollte aber selber keine Tablette nehmen. Sie hatten zunächst noch gemeinsam Fernsehen geschaut, er sei dann irgendwann eingeschlafen. Sie muss dann noch mal aufgestanden sein, als ihr Mann und Sohn schon schliefen. Sie ging vermutlich zuerst in die Küche und schrieb diesen Zettel, den sie dann auf dem Küchentisch hinterlassen hat. Anschließend ging sie wahrscheinlich ins Badezimmer und holte aus dem Rasierapparat ihres Mannes die Rasierklinge.
Sie kehrte ins Schlafzimmer zurück, stellte sich an ihre Seite des Bettes und schnitt sich mit der Rasierklinge die Halsschlagader auf. Sie fiel bäuchlings ins Bett und blutete langsam aus, während Ihr Mann tief und fest auf der anderen Seite des Ehebettes schlief. Ihr Blut lief in die Matratze, da sie mit der aufgeschnittenen Halsseite auf der Bettunterlage lag. Aus diesem Grund wurden keine Blutspuren gefunden. Der Mann erwachte am Morgen und fand seine Frau blutleer neben sich im Bett!“
Ich war schockiert. Wie verzweifelt muss die Frau gewesen sein, dass sie das ihrer Familie antat.
Wir warteten dann auf die Kriminalpolizei, übergaben den Sachverhalt, fuhren zur Wache und schrieben den Bericht. Alles ging wieder seinen Gang…
Und wenn ich im Nachhinein alles bedenke, behielt sie Recht – „ihr Bein bekam keiner!“


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