Kopf
Home
Idee & Ziel
Schreib einfach!
Die Texte
Die Autoren
Verein
Buchprojekte
Shop
Presse
Termine
News
Blog
Links
Gästebuch
häufige Fragen (FAQ)
Kontakt
Newsletter
Polizei-Poeten Logo
Polizei
Missverständnis
Autorin: Bianca Meier
Eingestellt am: 26.09.2006
Seite 2 von 2

Da sich die Ereignisse Mal überschlugen, rief ich zerstreut in das schwarze Dickicht:
„Wie viele Personen sind sie?“ Warum ich gerade diese Frage stellte, weiß ich heute auch nicht mehr. Das Dickicht rief klar und unmissverständlich zurück: „Vier.“
Ich stieß meinem Kollegen mit dem Ellbogen in die Rippen, woraufhin er unaufgefordert mit donnernd drohender Stimme meine Frage wiederholte: „Wie viele Personen sind sie?“
Das Dickicht rief nochmals klar und unmissverständlich zurück, das sie zu viert seien.
Für uns eine deutliche Angelegenheit jetzt in aller Konsequenz und mit größter Polizeidominanz das Feuer zu eröffnen. Wir stürmten das Dickicht, umstellten es zu zweit und forderten mit wilder Entschlossenheit das Dickicht mit erhobenen Armen zu verlassen. Ich hörte nicht nur meins, sondern auch das kranke Herz meines Kollegen bedrohlich laut pochen.
Kaum war die Szene ausgedacht, kamen doch tatsächlich zwei erhobenen Arme aus dem Dickicht, die sofort zu Boden gedrängt wurden, während ich mit angehaltenem Atem die übrigen Personen erwartete. Da sich die vergangenen zwei Sekunden nichts ereignete und sich in meiner Vorstellung die Anzahl der Personen pro weiter verstreichende Sekunde expotentiell vermehrte, forderte ich nun das Dickicht lauthals auf, sich zu ergeben. Bei unserer am Boden liegenden Kundschaft tat sich spontan die durchaus berechtigte Frage auf, wen ich denn noch erwarten würde, nachdem er bereits abgetastet, unbewaffnet und geknebelt mir zu Füßen läge.
„Ja die anderen, halt“ antwortete ich ihm ungeniert, „ sie sagten doch sie seien zu viert“.
„Nein“, sagte die Kundschaft. „Ich sagte, ich bin hier und nicht vier…“.
So, spätestens jetzt wäre es an der Zeit gewesen sich zu rächen für all die seelischen Qualen – spontan fallen mir tausend Dinge ein; doch mein Gewissen ruft mir aus der Ferne heiser zu:
„ Komm schon, keep cool; es war ein Missverständnis.“


zurück   1  2   
(5759)
Share in Facebook

* Aktuelles * (20.11.2017)
News:

Neue Texte:
Himmelfahrtskommando (T. Knackstedt)

Neue Autoren:

"Ich entschloß mich von dem Standpunkt meiner eigenen Erfahrungen zu schreiben, von dem was ich wusste und was ich fühlte. Und das war meine Rettung...

... Was ist Original? Alles was wir tun, alles was wir Denken existiert bereits und wir sind nur Vermittler. Das ist alles. Wir machen von dem Gebrauch was bereits in der Luft ist."
Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
Newsletter
Zum Bestellen unseres Newsletters senden Sie bitte eine eMail an:
info@polizei-poeten.de

Home   Idee & Ziel   Schreib einfach!   Die Texte   Die Autoren   Verein   Buchprojekte   Shop   Presse   Termine   News   Blog   Links   Gästebuch   häufige Fragen (FAQ)   Kontakt   Newsletter   
Impressum & Datenschutz    eMail an uns

©2002..2017, POLIZEI-POETEN, Volker Uhl, Robinienweg 6, D-79189 Bad Krozingen
Besucher (seit 1.9.2002):
counter by web-conceptioncounter by web-conceptioncounter by web-conceptioncounter by web-conceptioncounter by web-conceptioncounter by web-conceptioncounter by web-conception


gestaltet von: Web-Conception Internet Service   www.web-conception.de