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Polizei
Auf dem Bauernhof
Autor: Tobias Hart
Eingestellt am: 01.09.2006
Seite 2 von 4

Der Arbeiter sagte uns, er sei Elektriker und sollte heute Morgen auf dem Hof diverse Arbeiten verrichten. Unmittelbar nach seiner Ankunft sei der Junge zu ihm gekommen und hätte ihm gesagt, dort hinten vor dem Pferdestall liege seine Mutter, die aussieht wie Schweine, wenn sie geschlachtet wurden. Der Elektriker sei daraufhin in die Richtung gegangen und als er nur zwei Füße hinter einer Ecke liegen sah, sei er sofort zurück zu dem Jungen gegangen und habe die Polizei angerufen.
Der Junge wirkte irgendwie aufgedreht und berichtete uns dass er heute Morgen jemand im Haus gehört hat, er habe sich daraufhin versteckt und sei dann später, als alles ruhig war auf den Hof und hätte seine Mutter mit aufgeschnittenem Hals vor dem Pferdestall gefunden.
Er sagte noch mal, dass das aussah, wie Schweine, die geschlachtet wurden. Außerdem liege seine Tante ebenso in der Küche eines Nebenhauses.
Ich reagierte erstmal gar nicht und ging mit meinem Bärenführer und einer weiteren eingetroffenen Streifenwagenbesatzung auf den Hof.
Das Gehöft war sehr groß, es enthielt drei Wohnhäuser, Schuppen und große Stallungen für Pferde um einen zentralen Hof, und hinter den Anwesen befand sich eine Pferdekoppel.
Direkt am ersten Wohnhaus rechts befand sich eine Terrassentür. Sie war geschlossen und führte in eine Küche. Der Junge hatte nicht gelogen, noch nicht mal übertrieben:
In der Küche lief der Fernseher, die Spülmaschine stand auf, der Frühstückstisch war noch teilweise gedeckt und auf dem Boden lag eine junge Frau.
Sie rührte sich nicht mehr, sie schien nicht mehr zu atmen, es schien auch nicht möglich, denn ihr Hals klaffte weit auf, um sie herum bedeckte eine riesige Blutlache den Küchenboden.
Durch die Küche und durch die Blutlache lief ganz aufgeregt ein kleiner Labradorwelpe.
Auch was seine Mutter betrifft hatte der Junge nicht übertrieben, sie lag draußen auf dem Hof vor den Stallungen, vom Hof nicht direkt zu sehen, da der Eingang der Ställe an der Seite war.
Die Frau lag da, sämtliches Leben aus ihr gewichen, ihre Kehle so weit aufgeschlitzt, dass man die Wirbelsäule sehen konnte. Auch um sie herum auf dem Boden befand sich eine riesige Blutlache.
Kurze Zeit später lief die Polizeimaschinerie auf vollen Touren an zu laufen. Die zentrale Kriminaldirektion Mainz, die Spurensicherung, die Dienststellenleitung, die Rechtsmedizin und die Staatsanwaltschaft wurden informiert.
Wir von der Schutzpolizei zogen uns zurück und sperrten den Tatort ab, während die Fachleute der Kripo mit der Tatortarbeit begannen.
Dabei erfuhr ich aber noch, dass die unmittelbar nach uns eingetroffenen Kollegen der Kripo im linken Wohnhaus des Gehöfts eine weitere Frauenleiche mit den gleichen tödlichen Verletzungen aufgefunden hatten. Diese Frau lag in ihrem Schlafzimmer war anscheinend gerade beim Bettenmachen, als der Tod über sie hereinbrach.
Wir sperrten die Zufahrt zum Hof ab, wo sich allerdings immer wieder auch Kollegen der Kripo trafen, die dort das weitere Vorgehen besprachen oder sich über Spuren austauschten o.ä. Dabei erfuhren wir, dass es sich bei der Toten im Schlafzimmer um die Besitzerin des Hofes handelte. Die Tote vor dem Pferdestall war ihre Tochter und in der Küche lag ihre Schwiegertochter.
Und der Junge war sechs Jahre alt und der Sohn der Toten vorm Stall.
Eine weitere Streifenwagenbesatzung nahm sich des Jungen an und sorgte für psychologische Betreuung. Am Tatort ging es mittlerweile zu wie auf dem Bahnhof, nach und nach trafen die Beamten des K/11 Mainz, der Pressesprecher, der Dienststellenleiter, der Bereitschaftsstaatsanwalt, die Rechtsmediziner, ein Zug der Bereitschaftspolizei und einige Mitarbeiter der örtlichen Presse ein.
Kurz darauf trafen zwei weitere Beamte der Kripo ein. Zwei Männer begleiteten sie. Ein kleiner kahlköpfiger, Anfang dreißig und ein großer dunkelhaariger Mann, wohl an die Vierzig.

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