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Polizei
Toni geht in Pension
Autor: Dietrich Grewe
Eingestellt am: 01.09.2006
Seite 2 von 2

Solche Momente habe ich bis heute nicht vergessen. Wie z. B. als ein kleines Mädchen nach vorne zu mir kam und mir schüchtern ins Ohr flüsterte:
„Könntest Du denn nicht mein Papi sein, ich würde mich so freuen?“ Ich war richtig sprachlos und nachdenklich.
Auf dem Weg zu Terminen rief mir gelegentlich ein Kollege nach: „Hallo, wie geht es Dir, Kasper, gehst Du wieder spielen?“
Ich habe zurück gelächelt und „Bestens“ geantwortet.
Im letzten Dienstjahr, auf meiner Abschiedsrunde, erklärte ich den Kindern, dass ich bald in Pension gehe.
„Ach ja, schön, aber was ist Pension?“ fragte eine Stimme aus dem Kreis.
Ich überlegte kurz, erklärte dann: „Nun bin ich so alt, jetzt brauche ich nicht mehr arbeiten gehen!“ Die Kinder schauten den Toni und mich nachdenklich an.
Dann fragte ein Kind: „Wenn Du dann ins Altenheim gehst, nimmst Du den Toni auch mit und sorgst für ihn? Er darf uns aber nicht vergessen, wir tun das auch nicht.“
Diese Worte überraschten und berührten mich. Schnell drehte ich mich um und kramte in meiner Tasche.
Doch hatte ich nicht nur Kinder als Zuhörer, auch Erzieherinnen, Mütter und Omas lauschten dem Toni begeistert. Hin und wieder war ein Kollege zur Information dabei. Ein Kollege drehte mit viel Mühe einen Video, der bei meiner Verabschiedung gezeigt wurde.
Es war für die Leiterin des Kindergartens und mich eine besondere Ehre, dass der Polizeipräsident anwesend war.
Die Leiterin verglich seine Anwesenheit mit dem Besuch des Bischofs.
Bei der Verabschiedung sagte der Polizeipräsident, „schade Herr Grewe, dass Sie und Toni in Pension gehen, wirklich schade!“
Ich bin jetzt schon über zehn Jahre in Pension.
Wenn ich jetzt manchmal den Toni zur Hand nehme, werde ich nachdenklich, etwas wehmütig. Dann sage ich zu Toni: „Na Kollege, wie wär’s, spielen wir noch mal Kasper?“


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