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Fassungslos
Autor: Erik Merten
Eingestellt am: 16.08.2006
Die Geschichte beginnt in einer lauen Sommernacht Anfang der Neunziger Jahre. Mein Kollege und ich haben die Nachtschicht noch vor uns. Die Fensterscheiben des Streifenwagens sind heruntergekurbelt. Alles scheint sehr ruhig. Über anstehende Festivitäten in unserem Bereich sind wir informiert und halten uns entsprechend in der Nähe auf.
Gegen 22.47 Uhr erhalten wir die Einsatzanweisung; eine bestimmte Straße in einer nahe gelegene Ortschaft anzufahren, dort wurde Person mit Stichverletzungen aufgefunden. NAW und RTW seien informiert.
Wir fahren mit Blaulicht und Martinshorn zum Ort und sind nach drei Minuten noch vor den Rettungskräften da.
Wir melden unser Eintreffen der Leitstelle und sprinten zur Eingangstür eines Mehrfamilienhauses. Die Wohnung des Ereignisortes befindet sich im Erdgeschoss.
Im Wohnzimmer vor der geschlossenen Tür liegt eine weibliche Person auf dem Bauch. Sie ist nicht ansprechbar. Im Rückenbereich erkenne ich mehrere Einstichstellen. Angehörige der Frau sind ebenfalls anwesend.
Mein Kollege und ich beginnen sofort mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen. Wir drehten die Person in Rückenlage und erkennen, dass es sich um ein junges Mädchen handelt. Ich schätze sie auf höchstens 14 Jahre. Die Lider sind halb geöffnet, die Pupillen starr. Ihre Hände blau und kalt. Mein Kollege versucht Mund-zu-Mund-Beatmung. Er schaut auf und sagt, dass er die Luft nicht durchbringt.
Ich legte mein Ohr auf den Brustkorb des Mädchens und höre --- nichts. Einfach nichts!!! Ich schrecke zurück.
In der Zwischenzeit sind die Rettungskräfte eingetroffen und übernehmen die Reanimationsmaßnahmen.
Nach ca. 30Minuten erklärt die Notärztin das Mädchen für tot.
Der Vater und die Mutter brechen zusammen. Diese Aufschreie werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Ich kam mir so hilflos und verloren vor. Am Liebsten wäre ich in den Erdboden versunken.
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben, dass das Mädchen zusammen mit den Eltern in einer nahe gelegenen Wirtschaft bei einer Feier war.
Gegen 22.20 Uhr ließ sich das Mädchen den Schlüssel zur Wohnung geben, um kurz was zu erledigen. Die Wohnung war nur 60 Meter entfernt und so fiel es nach einer Viertelstunde auf, dass das Mädchen noch nicht zurück war.
Eine Bekannte wurde losgeschickt. Die Wohnung wurde nicht geöffnet. Dies teilte die Bekannte der Mutter mit. Daraufhin gingen die Eltern zur Wohnung, wo sie die Tochter erstochen im Wohnzimmer fanden.
Der zunächst unbekannte Täter hatte gewaltsam ein rückwärtiges Fenster geöffnet und konnte so in die Wohnung einsteigen. Das Mädchen überraschte den Täter und erkannte ihn als einen Bekannten ihres Vaters. Daher musste sie wohl sterben. Er erstach sie mit einem vorgefundenen Küchenmesser, das er auf der Flucht in den Fluss warf.
Seine Spielsucht hatten den Täter auf der Suche nach Geld in die Wohnung einsteigen lassen.
Und wegen so etwas musste ein junges Mädchen sterben. Ich war monatelang einfach fassungslos.


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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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