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Polizei
Ärztliche Hilfe
Autor: Michael Birkhan
Eingestellt am: 25.07.2006
Seite 2 von 2

Die Ehefrau hört auf zu weinen. Einen Arzt will sie nicht. Sie entschuldigt sich für das Verhalten ihres Gatten.
„Ich danke ihnen meine Herren. Seien sie bitte vorsichtig. Mein Mann hat wirklich Macht und Einfluss. Er war nicht immer so. Wir stehen in der Öffentlichkeit und mit einem Skandal ist niemanden geholfen. Schreiben sie in ihren Bericht bitte, dass meine Verletzungen von einem Treppensturz handeln. Das ist besser so.“
Genau das werden wir neben der Beschreibung ihrer Verletzungen in unseren Bericht schreiben.
Das triumphierende Schlusswort gewähren wir unserem angesehenen Schläger.
„Die Anzeige wird sowieso eingestellt. Ich werde mich beschweren.“
Ein Arzt hätte eh nicht kommen können. „Personal im Krankenhaus wird von geistig verwirrtem Patient bedroht. Messer im Spiel.“
Durst und Blase muss warten.
Blaulicht, Martinshorn, quietschende Reifen, das volle Programm eben, auf zum Krankenhaus.
Sprint in die Aufnahme. „Welche Etage?“
„Ganz oben. Hinten links“, ruft uns der Pfleger hinterher.
„Das war ja wieder mal klar. Schutzmannparterre. Wie immer.“
Jürgens Antwort kommt prompt:
„Wundert dich das noch Kleiner? Schon mal von Murphy’s Law gehört? Alles geht schief was nur schief gehen kann.“
Endlich oben.
Auf einer Bahre liegt der Täter zum Paket verschnürt. Er blickt uns mit einem weit aufgerissenen Auge an. Das zweite ist zu geschwollen. Hatten wir doch erst gerade.
„Hilfe. Hilfe. Retten sie mich vor dem Mann. Der Arzt hat mich misshandelt. Der hat mir ein blaues Auge gehauen? Der Typ ist ein Killer.“
Hinter der Bahre steht der Chirurg. Bärtig, tellergroße Hände, einsfundundneunzig. Bis Brusthöhe eingerahmt von zwei Krankenschwestern. Das Trio gleicht Kindern, erwischt beim Kekse klauen aus Muttis Dose.
„Entschuldigung. Was sollte ich den tun? Der Patient hat die Krankenschwestern angegriffen. Ich wollte ihn nur festhalten. Er schlug nach mir. Da wusste ich mir nicht anders zu helfen.“
Nur mit Mühe gelingt es uns den Sachverhalt mit dem gebührenden Ernst aufzunehmen.
Diese Frage konnte ich mir beim Gehen nicht verkneifen:
„Doc. Wenn wir bei der nächsten Kneipenhauerei in Bedrängnis geraten sollten, können wir dann auf sie zurückgreifen?“
Das Trio steht mit Unschuldsmiene hinter der Bahre.
Das verschnürte Paket kann lediglich Kopf und eine Hand bewegen.
Beim Fahrstuhl werfen Jürgen und ich einen Blick zurück.
Alle vier winken uns zum Abschied.
Runter geht’s im Fahrstuhl. Wir können nicht mehr an uns halten. Ich lache soviel Tränen, dass sich die Sache mit dem Toilettengang von selbst erledigt hat.
Der Beschwerde beim Polizeipräsidenten konnte ich so erleichtert entgegen sehen.


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