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Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)
Seite 8 von 14

Tochter auch hier sei. Ich erklärte ihnen, dass meine Kinder erst am nächsten Wochenende wieder bei mir sein würden. Die Gören warfen mir zum Abschied noch zwei Hände unreifer Kirschen in die Hängematte und suchten laut lachend das Weite, als ich sie meinerseits mit den Früchten beschoss.

Der kurze Schlummer hatte mich erfrischt, ich zündete mir eine Zigarette an, wollte bis zum Sonnenuntergang noch ein paar Kapitel des Buches und den lauen Sommerabend genießen. Ich war ausgesprochen gut gelaunt, derart gut, dass ich mir für den Abend noch einen Besuch in einem Open-Air-Kino vornahm, als mein Blick die Fenster zu meiner Wohnung streifte.

Ich erstarrte, die Zigarette fiel mir aus dem Mundwinkel. Ich schloss die Augen, rieb sie mir, schaute noch einmal nach oben. Ich hatte mich nicht getäuscht. Hinter dem Fenster meines Wohnzimmers stand sie, das Mädchen, dass vor ein paar Stunden auf dem Flohmarkt mein Herz schneller schlagen ließ. Aber wie konnte das sein, wie konnte sie plötzlich hier sein, noch dazu in meiner Wohnung. Die glühende Zigarette war unter meinen Rücken gerollt, ich zuckte zur Seite, konnte das Gleichgewicht nicht halten, stürzte aus der Hängematte und landete auf der Wiese auf einem kleinen Berg Kirschen, den die Mädchen für eine weitere Schlacht gesammelt hatten. Ich achtete nicht auf meine bekleckerte Hose, mein Blick blieb starr an meinem Wohnzimmerfenster kleben, dort stand immer noch das schöne, das bezaubernde blonde Mädchen und jetzt lächelte sie, ja, ich war mir sicher, dass sie über mein Missgeschick lachte. Nun drehte sie sich langsam um, winkte mir und ging vom Fenster weg. >Nein!!< dachte ich, >warte!< und ich sprang auf, lief so schnell ich konnte in meine Wohnung. Drei Stufen in einem Satz nehmend hastete ich die Treppe hinauf. >Sie muss noch da sein< dachte ich >sie kann nirgendwo rausgegangen sein. Ich wollte die Wohnungstür einfach aufreißen, aber sie war versperrt, ebenso wie es meine Gewohnheit war, und wie ich sie auch beim Verlassen abgeschlossen hatte. Es dauerte etwas bis ich mit meinen aufgeregt zitternden Fingern das Schloss bezwingen konnte. Ich sprang hinein, mit drei Schritten rutschte ich ins Wohnzimmer.

Nichts, niemand, leer.

Hastig durchsuchte ich meine Wohnung, nichts, Bad, Küche, Abstellraum, Klo, alles leer. Da bemerkte ich die Wohnungstüre. In der Eile hatte ich sie nicht geschlossen, sofort fiel mir ein, dass sich mein Phantom im Bad versteckt haben könnte und als ich ins Wohnzimmer gehastet war, leise hinausgeschlichen sein könnte. Mit geringer Hoffnung suchte ich noch im Stiegenhaus, der Waschküche, dem Dachboden und dem Keller.

Bedrückt kehrte ich in den Hof zurück, schubste die frechen Mädchen aus der Hängematte, rollte sie zusammen, musste mich um einen Euro für ein Eis erpressen lassen, um das Versteck

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