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Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)
Seite 5 von 14

hörte ich das herzliche Lachen der Kinder, die Mutter, die sie zur Ruhe ermahnte und ich konnte meiner Hand gerade noch gebieten, sich nicht im Revers meines Sakkos zu verkrallen.

Mit schnellem Schritt erreichte ich den Gürtel, die Grenze zwischen den Außenbezirken und der Innenstadt. Auch hier kaum Verkehr, wer nicht aus der Stadt flüchten konnte oder noch etwas zu erledigen hatte, sparte sich dies vermutlich für den späteren Nachmittag, nach dem Ende der Mittagshitze auf. Bar des Schutzes des Urwaldes der Koppstraße traf mich die Gluthitze wie eine Ohrfeige. Schweißperlen entsprangen Stirne, sammelten sich zu kleinen Bächen, verloren sich im Dickicht meiner Augenbrauen, tropften auf meine Nase, meine Wangen, oder liefen geradewegs über meine Schläfe in meinen Hemdkragen. Trotzdem verlangsamte ich meinen Schritt, denn die Tränen gingen im Meer von Schweiß unter, auch waren keine Passanten in Sicht.

Ich hatte die Burggasse erreicht, es war etwa dreiviertel Zwölf. Die letzten paar Gassen, würde ich locker in zehn Minuten genommen haben, um meinen Körper nicht noch mehr zu erhitzen, und in der Hoffnung, dass sich meine rotgeweinten Augen wieder normalisieren könnten, behielt ich den gemütlichen Schritt bei. Hier gab es keine Bäume, die die Sonne abgeschirmt, oder den milden Kastanienduft ausgeströmt hätten. Der einzige Schutz bot sich vereinzelt unter Geschäftsvordächern.

Mein Telefon klingelte.

Ich zog mich, in alter Gewohnheit, in einen Hauseingang zurück, um in Ruhe sprechen zu können, obgleich hier heute niemand mein Gespräch gestört oder mitgehört hätte, auch fehlte es an Verkehrslärm, der mein Tun notwendig gemacht hätte. Trotzdem genoss ich die Kühle des Altbauportals und überhörte dadurch die ersten Sätze des Anrufers.

"Du verstehst das, wir verschieben das nur, nächste oder übernächste Woche; o.k?"

Helmut log noch etwas von >langer Nacht gestern< und >vergessen einzukaufen<, mir war klar, dass er sich wieder heftig mit seiner Freundin gestritten hatte, und jetzt vermutlich auf dem Gehsteig vor dem Haus, abgestürzt aus dem vierten Stock, ein duftender Braten in der Sonne schmoren würde. Scherzhaft überlegte ich, ob ich noch schnell hinlaufen sollte, um mir ein paar gute Bissen zu sichern, bevor die Hunde der Gegend das gutes Mahl zerrissen haben würden. Verwarf den Gedanken jedoch, schließlich trug ich meinen guten Anzug, und aus leidiger Erfahrung wusste ich, was da in weiterer Folge noch aus dem Fenster Fallen würde. Ein paar Bissen Hasenbraten wären den Preis eines Loches im Kopf, oder eine im Rücken steckende Bohrmaschine nicht wert.

Ich setzte mich auf die Bank in einer Bushaltestelle, rauchte eine Zigarette, ruhte etwas aus und überlegte, ob ich das geplatzte Essen für einen Fasttag

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