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Polizei
Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)
Seite 13 von 14

Dabei wollte ich dem Seelenanalytiker die Arbeit nur erleichtern. Angestachelt durch die schönen Wochen, beinahe den ganzen schönen Sommer, den ich mit meiner Geliebten Hand in Hand, Arm in Arm verbracht hatte, nahm ich Anna, zur leichteren Klärung der Angelegenheit, und weil ich einfach unheimlich stolz auf sie war, mit zum Arzt. Der staunte nicht schlecht, als ich ihm, den in den Akten nur in wagen Gerüchten und Anspielungen zitierten, Mob zeigte, ihn als meine Freundin vorstellte und versprach ihm das Geheimnis um das Haushaltsgerät zu verraten.

Mein lieber Oberst versuchte sehr rücksichtsvoll zu sein. Mit der psychologischen Feinfühligkeit eines Nashorns, veranlasste er mich mit einem plumpen Vorwand, ihm meine Waffe auszuhändigen. Dann hatte die Freundlichkeit auch schon ihr Ende. Eine Umfrage bei meinen Kollegen besagte, wie ich später von Paul erfuhr, 70 : 30 dass ich nur simulieren würde. Mein Kommandant entnahm ähnliches dem Gutachten, doch er wagte es nicht, einen möglicherweise dem Wahnsinn nahen Polizisten weiter mit 32 scharfen 9 Millimeter parabellum Teilmantelgeschossen durch die Straßen patrulieren zu lassen. Dummerweise hatte ich mir bis dahin auch keine dienstlichen Vergehen zu schulden kommen lassen, was ihn dazu zwang, mir höflich, beinahe bittend, anzubieten, künftig einen Tagdienstposten im Innendienst anzutreten.

Er klärte mich darüber auf, dass er mich nicht würde zwingen können, doch das würde eine Reihe weiterer Untersuchungen nach sich ziehen und durch meine lange Abwesenheit würden mir sodenn auch schwere finanzielle Einbußen bevorstehen. Ich erbat mir einen Tag Bedenkzeit. Zu Verlockend erschien mir ein weiterer Liebesurlaub mit Anna. Doch Anna war, wie immer, vernünftiger als ich. Und sie hatte, wie so oft, recht. Ich würde nicht jünger werden, die Nachtdienste nagten schon jetzt sehr an meinem Körper. Es würde auch immer schwieriger werden einen Innendienstjob zu ergattern, bei den strengen Einsparungen der Behörde. Außerdem würde ich, bei einem geregelten Tagesablauf, meine Kinder öfter sehen können.

Die Kinder. Diese schwere Prüfung stand mir damals noch bevor. Nächtelang zerbrach ich mir den Kopf, wie ich ihnen ihre Stiefmutter vorstellen könnte. Anna lächelte lediglich, zog mich an sich, wischte mir die Sorgenfalten aus dem Gesicht und blies mit geschicktem Zungenschlag, die Wolken in meinem Kopf in alle Winde. Anna schlug mir vor, sie einfach mit den Kindern alleine zu lassen. Als ich mit meinen Lieben in meiner Wohnung eintraf, klopfte mir das Herz bis zum Hals. Ich log, dass ich noch schnell einkaufen müsste und schlüpfte hinaus. Zehn Minuten später kam ich zurück, legte mein Ohr an die Wohnungstüre und war erleichtert. Die Kinder lachten und brüllten vor Vergnügen.

Anna hatte es geschafft.



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