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Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)
Seite 12 von 14

Ich ging gar nicht auf seine neugierigen Tratschmeldungen ein. Ich lehnte mich wieder gemütlich in der Hängematte zurück, hob das Buch demonstrativ wieder an, um Paul damit anzudeuten, dass mich derartige Gerüchte nicht im Mindesten berührten, und aus mir in dieser Angelegenheit, ohne handfeste Beweise, kein Geständnis rauszukitzeln wäre.

Paul schickte sich an zu gehen, dabei machte er einen letzten Versuch "Mir ist es ja wurscht. Aber vergiss nicht, hier wohnen zu 90 Prozent Kollegen, und es wird viel getratscht. Mach dich auf unangenehme Fragen gefasst."

Ich glaube nicht dass Paul mich damals verpetzt hat, in jedem Fall musste ich bei meinem nächsten Dienst zum Rapport melden. Mein Oberst versuchte sehr umsichtig und feinfühlig zu sein. Er war ein verständnisvoller Mann und hatte zudem keine Beweise, womit er sich auf dünnem Eis bewegte. Zum Abschluss überreichte er mir eine Vorladung beim Amtsarzt. Er begründete diese mit meinem privaten Stress, der Scheidung, dass ich schließlich sehr an meinen Kindern hängen würde, mehr wie die meisten Väter. Er habe, so erinnerte er mich, schon damals, als ich die Geburt meines ersten Kindes meldete, mir die besonderen Glückwünsche für die Kinder ausgesprochen, denn diese würden einen besonderen Vater bekommen, nicht nur einen Vater sondern einen Freund und Spielkameraden.

Ich solle bis zum Amtsarzttermin einfach zu Hause bleiben, die Ruhe würde mir gut tun.

Die zwei Wochen bis zum Arzttermin waren der Himmel. Es war der reinste Honeymoon. Und das hatte ich, einmal mehr, Anna zu verdanken. Ich hätte nie Urlaub bekommen uns so hatte ich frei, ohne dass ich mein wertvolles Urlaubskonto antasten musste.

Der Amtsarzt war sichtlich überfordert, was kaum verwunderte, war in seiner Zivilpraxis die Gynäkologie sein Fachgebiet. Er entschied sich für die österreichische Lösung, die Angelegenheit aufzuschieben und ein Fachgutachten anzufordern. Bis zum Termin, der mir postalisch zugestellt werden würde, schrieb er mich, eines Burn-Out-Syndroms verdächtig, krank.

Ich verdanke dem Mann, und natürlich Anna, den schönsten Sommer meines Lebens. Es dauerte ewig, bis ich einen Termin beim Psychiater erhielt, und noch einmal solange, bis dieser sein Gutachten ausgearbeitet hatte, und sich meine Vorgesetzten über die Konsequenzen daraus schlüssig wurden.

Gut, ich kann mir vorstellen, dass meine Kommandeure eine harte Nuss zu knacken hatten, denn auch der Psychiater war nicht in der Lage, sich eindeutig festzulegen, ob ich nun nahe an der Grenze einer Psychose war, diese schon mit einem Fuß überschritten hätte, oder nur simulieren würde, um mir irgendeine Diensterleichterung oder gar die Pensionierung, zu erschwindeln.



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