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Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)
Seite 11 von 14

schon stand sie wieder in ihrer ganzen Schönheit vor mir. Als ich eines Abends neckisch mit ihrem Namen jonglierte, kam ich hinter das Geheimnis, sie wieder in den Mob zurückzuverwandeln. Ich musste nur ihren Namen rückwärts sprechen.

Das mag verrückt klingen, denn schließlich ergibt der Name "ANNA" sowohl vorwärts, als auch rückwärts gesprochen das gleiche Wort. Aber es kommt auf die Betonung an. Beim Rückwärtssprechen betone ich das erste A lange, wie man es sonst spricht, wenn das A der Ausklang ist, und das zweite A schließe ich knapp ab. Das erfordert einige Übung, doch mittlerweile gehen mir beide Annas schon so locker über die Lippen, dass ich aufpassen muss, dass ich, wenn ich sie nur auf etwas aufmerksam machen will, sie nicht in den Mob verwandle.

Ich bin glücklich mit Anna.

Ja, das kann ich ohne Einschränkung ausrufen. Glücklicher als ich es je mit einer Frau, ich meine mit einer anderen Frau war. Sie hat mein Leben in ein besseres verwandelt, sie hat das Blatt gewendet und das Glück, das sich seit meiner Scheidung in eine Gletscherspalte gerutscht war, geborgen.

Es gab auch schwere Zeiten, doch selbst in diesen schaffte es Anna, mit ihrem Mut, ihrem Starrsinn und ihrer Schönheit, jedes Mal das Ruder herumzureißen und das Schiff unserer Liebe in einen günstigen Wind zu steuern.

Wie damals, als wir gerade einen Monat glücklich vereint waren. Ich genoss einmal mehr den frühen Abend in meiner Hängematte, als ich verschreckt zusammenzuckte. Auf den zweiten Blick erkannte ich einen Kollegen, der auch in meinem Wohnhaus eine Bude hatte. Er hatte blitzartig an meiner Liegestatt gezogen, und mich dadurch aus meinen Gedanken gerissen hatte. Wir tauschten ein paar Belanglosigkeiten über den Dienst, als er seine Stimme dämpfte, näher an mich herankam und beinahe flüsterte:"Du noch was," es war offensichtlich, dass er nicht genau wusste, wie und wo er die richtigen Worte finden könnte. Er überflog die Fensterfronten unseres Hauses, wie ich anfangs dachte, um dort jemandem zu finden, der ihm helfen hätte können, die passenden Worte zu sammeln, aber er versicherte sich nur, dass uns niemand hören könnte. "Die Nachbarn reden über dich, weil...na du weißt schon, der Mob." presste er peinlich berührt heraus.

"Der Mob ist mir egal, sollen die Idioten doch über mich erzählen was sie wollen."

Paul verstummte. Verwirrt und verlegen starrte er mich an, er war sich anfangs nicht sicher, ob ich ihn verarschte, doch als ihm klar wurde, dass ich ihn einfach nur falsch verstanden hatte, hielt er mich an den Schultern und fuhr eindringlich fort.

"Ich mein deinen Mob, den Besen. Die Leute erzählen sich da so Geschichten. Ich hab dich auch schon damit wandern gesehen und jetzt tratscht die alte Kratowetz herum, dass sie dich gesehen hätte, wie du den Mob im Stiegenhaus geküsst hättest."



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