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Verzweifelte Suche
Autor: Bodo Doering
Eingestellt am: 01.08.2006
Seite 6 von 9

Nachdem sich Kriminaloberrat Kronberg den Bericht des Obermeisters angehört hatte, legte er ihm seinen Arm um die Schulter und drückte den kleineren Laubach anerkennend an sich. „Ich danke Ihnen, Laubach, ich bin stolz auf Sie! Jetzt ist, Gott sei Dank, endlich einige Klarheit in die Angelegenheit gekommen. Wenigstens haben wir das Kind jetzt gefunden, wenn auch leider tot. Diese Situation war ja nicht mehr zu ertragen.“ Der Staatsanwalt befasste sich mit Lisa Kunze und erklärte ihr, Haftbefehl gegen sie zu beantragen.
Im Gerichtsmedizinischen Institut in Frankfurt wurde das Kind obduziert. Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungsprozesses bereitete die Feststellung der Todesursache erhebliche Probleme. Doch dann legte sich der Gerichtsmediziner fest, nachdem der Kehlkopf des Kindes deutliche Deformationen aufwies, die als ursächlich für den Tod beurteilt wurden.
Lisa Kunze schwieg weiter und verbrachte mehrere Tage im Untersuchungsgefängnis und war auch dort zu keiner Aussage bereit.
Laubach erwirkte beim Staatsanwalt einen Lokaltermin in der Wohnung Lisa Kunzes, wozu auch ihr Rechtsbeistand geraten hatte. Für ihn war nun die Wohnung der Ort, an dem das Kind zu Tode gekommen sein musste. Er glaubte, nur dort noch Lisa zu einer Erklärung bewegen zu können.
Laubach und der Staatsanwalt beschworen Lisa Kunze, nun endlich klaren Wein einzuschenken, doch Lisa schwieg beharrlich. Auch ihr Rechtsbeistand beschwor sie aufs Neue, über die näheren Umstände endlich auszusagen, nur dann sehe er genügend Ansatzpunkte für ihre Verteidigung. Beim jetzigen Ermittlungsstand könne er ihr nicht weiter helfen, da ihre Beteiligung am Tod des Kindes nicht ausgeschlossen werden könne.
Lisa Kunze weinte eine Weile vor sich hin, schüttelte den Kopf. Dann brach es stockend aus ihr heraus: „Der Junge war es, der Junge!“
„Welcher Junge, Frau Kunze?“, wollte nun der Staatsanwalt wissen.
„Mein Junge, der große, der Denis. Helmutchen lag im Kinderbett und nörgelte herum. Und da hat Denis mit einem der Gitterstäbe vom Kinderbett auf den Kleinen eingeschlagen. Ich kam dazu, weil ich ungewohnte Geräusche hörte, aber da war es bereits zu spät. Der Kleine hat nicht mehr geschnauft.“ Lisa heulte lautstark los, verlor sichtlich die Fassung.
Im Schlafzimmer fanden wir das metallene Kinderbett vor, das wir schon von der Durchsuchung her kannten. Es war nicht mehr neu, hell lackiert, zeigte deutliche Gebrauchsspuren und hatte senkrechte Stäbe an allen Seiten.

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