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Ist Irren menschlich?
Autor: Jürgen Walther
Eingestellt am: 22.07.2006
Geboren im östlichen Erzgebirge, übten die riesigen, dunklen Fichtenwälder für mich schon als Kind eine unbeschreibliche Magie aus und schnell hatte ich Hermann Löns, den großen deutschen Heidedichter und Waldläufer, zu meinem Vorbild erkoren. Mein Jugendtraum, ein berühmter Rennreiter zu werden, ging leider nicht in Erfüllung und ich sah nur eine Möglichkeit meine Abenteuerlust zu befriedigen: ich zog die Uniform an und wurde „Grenzer“.
Vor schätzungsweise fünfzehn Jahre hatte sich der Grenzschutz mangels geeigneter anderer Räumlichkeiten in einem „abgewickelten“, ehemaligen DDR–Ferienheim, an einem Waldrand in der vor gelagerten Sächsischen Schweiz, eine Dienststelle eingerichtet. Insider wussten natürlich, dass unmittelbar dahinter ein riesiger Waldkomplex begann, der bis weit in das tschechische Nachbarland hinein reichte. Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde dieses Waldgebiet zum Tummelplatz krimineller Elemente, die wir im Fachjargon „Schleuser“ nannten.
Diese Schleuser, meist tschechische Staatsangehörige, nutzten ihre ausgeprägten Ortskenntnisse, um Flüchtlinge aus aller Herren Länder durch dieses Waldgebiet nach Deutschland zu bringen und damit viel Geld zu machen. Die Flüchtlinge brachten meist ihr letztes Hab und Gut für diese Passage ins Bundesgebiet auf. Wurden eine solche Gruppe vom Grenzschutz entdeckt, flohen die Schleuser sofort und ließen die Flüchtlinge im Stich. Nur selten gelang es uns, gerade diese verbrecherischen Elemente dingfest zu machen. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, bis der Gesetzgeber die menschenverachtende Einschleusung von Ausländern in das Bundesgebiet zum Tatbestand eines Verbrechens erhob. Jetzt würden wir es also künftig mit Verbrechern zu tun haben!
Nun – wir reagierten darauf mit dem Aufbau einer eigenen Diensthundegruppe. Durch meine Erfahrungen auf diesem Gebiet wurden mir Aufbau und Führung der Gruppe übertragen. Unsere erste Diensthündin trug den stolzen Namen „Lady“. Sie war eine wunderschöne Hündin mit mausgrauem Fell und großen klugen Augen. Leider wurde sie wenige Jahre später während eines Nachteinsatzes gegen Schleuser schwer verletzt und starb an den Folgen des brutalen Angriffs. Aber ihre Geschichte will ich heute nicht erzählen, vielleicht später einmal.
An jenem Tag im zeitigen Frühjahr eines Jahres, das uns durch reichliche Schneefälle die Arbeit ein wenig erleichtert hatte, begann alles eher unspektakulär. Die geschlossene Schneedecke lieferte uns dauerhaft ein gutes Spurenbild und dieser „weiße Leithund“, wie Hermann Löns die Spuren im Schnee einst nannte, half uns dabei, den Schleusern endlich auf die Schliche zu kommen.
Einmal rief mich der Dienststellenleiter zu sich und teilte mir mit, ein Forstarbeiter habe verdächtige Personen - angeblich „Schwarze“ - im Walde hinter der Dienststelle gesehen und ich solle dem mal nachgehen. Solche Meldungen erhielten wir damals täglich und es war für uns immer schwierig sie einzuschätzen, da meist schon viel Zeit vergangen war und sich die Hinweisgeber auch oft irrten. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass sich in der Nähe der Dienststelle zwei Asylantenheime befanden. Trotzdem hatten wir es uns zur Pflicht gemacht, jedem Hinweis genauestens nachzugehen, allein schon um Erkenntnisse für unsere weitere Arbeit zu sammeln.

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