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Polizei
Die Plastiktüte
Autor: Bernd Röttger
Eingestellt am: 15.07.2006
Der Spätdienst hatte ruhig begonnen. Außer einem kleinen Parkplatzunfall hatte der Bürger kein Verlangen nach unseren Diensten. Daher bestreiften wir die Ausflugsparkplätze, um PKW-Aufbrüche zu verhindern.
Die Parkplätze waren gerammelt voll, die Ausflügler wollten diesen sonnigen Tag in den Wäldern und an den Seen verbringen.
Während unserer Streifenfahrt kamen wir durch einen Stadtteil mit vielen Hochhäusern und hohem Ausländeranteil. Eine Bahnlinie führte direkt durch das Wohngebiet.
Nachdem wir die Bahnlinie überquert hatten, sprang plötzlich ein älterer Herr völlig aufgelöst vor uns auf die Fahrbahn. Er fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum und zeigte immer wieder zu einem Auto, neben dem eine ältere Dame stand. Wir hielten an und stiegen aus.
„Herr Wachtmeister kommen Sie schnell. Sie müssen uns helfen!“ schrie der völlig hysterische Mann und rannte zu der älteren Dame.
Die ältere Dame stand neben einem alten roten Mercedes. Unter dem PKW lag direkt vor dem Vorderreifen auf der Beifahrerseite eine größere Plastiktüte, aus der eine rote Flüssigkeit lief. Die ältere Dame begann zu weinen.
„Was ist denn überhaupt passiert?“ fragte ich den Mann.
„Wir wollten wie jeden Sonntagnachmittag mit unserem Auto einen Ausflug machen. Nachdem wir eingestiegen waren, wollte ich rückwärts aus der Parkbox fahren.“
Plötzlich schwieg der Mann. Er starrte gebannt auf die Plastiktüte unter seinem PKW, aus der noch immer rote Flüssigkeit lief. Während ich mich bückte, um die Plastiktüte zu untersuchen, fragte mein Kollege: „Und was ist dann passiert?“
„Beim Einschlagen des Lenkrades verspürte ich einen Widerstand. Daher gab ich ein wenig mehr Gas. Ich dachte, die Kinder aus der Nachbarschaft hätten mal wieder einen kleinen Stein hinter einen der Reifen gelegt. Während ich zurückrollte, hörte ich ein matschendes Geräusch und der Widerstand ließ nach.“
Mittlerweile hatte ich die Plastiktüte ein wenig geöffnet, und sah einen blutenden Klumpen Fleisch vor mir. Mir wurde übel. Ich öffnete vorsichtig die Tüte und sah die unglaubliche Bescherung. „Schnell, ruf den Notarzt“, rief ich dem Kollegen zu.
Aus den Hochhäusern kamen die ersten Schaulustigen, angezogen vom Geschrei des Mannes.

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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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