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Die 13. Plage -Leseprobe
Autor: Ulrich Hinse
Eingestellt am: 04.06.2006
Seite 3 von 5

Das Leben im Ausbildungslager in Dschalalabad verlief ähnlich wie seinerzeit in Mazar-i-Sharif, mit dem Unterschied, dass Daud und Boomer jetzt bereits zu den Ausbildern gehörten, auf die der Libyer nicht verzichten wollte. In das Lager kamen immer zahlreicher fanatische Muslime aus Europa oder Nordafrika, die über Pakistan zu den Taliban stießen, um sich für den Kampf gegen die Ungläubigen, insbesondere aber gegen die Amerikaner, ausbilden zu lassen. Im Lager hatten sie am Fernsehschirm die Bilder von den in die Twin Tower, die Türme des Welthandelszentrums in New York, fliegenden Maschinen gesehen. Dabei war lauter Jubel aufgebrandet. Boomer hatte sich dem zwar nicht anschließen können, aber beeindruckend fand er die Bilder auch. Dass in dem Moment, als die Türme in sich zusammenstürzten, mehr als dreitausend Menschen ihr Leben verloren hatten, hatte er verdrängt. Er sah nur die riesige Zerstörung mitten im Zentrum von New York. Einem Ort, an dem niemand mit einem Terroranschlag gerechnet hatte. Dagegen war seine Aktion mit den Buddhastatuen in Bamiyan Kinderkram gewesen. Besonders stolz schien Abu Faradsch darauf zu sein, dass einige der Piloten, die er in seinem Lager ausgebildet hatte, von Osama bin Laden persönlich für diese Aktion ausgesucht worden waren. Deshalb hingen im Gemeinschaftsraum Bilder von Mohammed Atta und den anderen. Jeder sollte sie kennen. Jeder sollte sich mit ihnen identifizieren. Jeder sollte wissen, zu was von ihrem Glauben überzeugte Muslime in der Lage sind, wenn sie entschlossen, ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben, handeln.
Warum diese Bilder hier hängen durften, wo doch der Koran Bilder von Menschen verbot und sogar alte Buddhastatuen gesprengt werden mussten, konnte keiner so richtig erklären. Boomer verkniff es sich, den Libyer zu fragen. So richtig würde er die islamischen Fanatiker wohl nie verstehen.
Amerika würde diesen Schlag nicht ohne Reaktion hinnehmen, das war allen klar. Ebenso, dass Afghanistan dabei das Ziel sein würde. Jeden Tag rechneten sie mit einem Angriff der Amerikaner. Das Lager war bereits geräumt, Jenny mit den anderen Talibanfrauen auf dem Weg über den Khaiberpass nach Pakistan. Dort sollten sie, in der Nähe der Stadt Bannu, in dem fast unzugänglichen Landesteil Waziristan, in dem ausschließlich kriegerische, mit den Taliban sympathisierende Paschtunen wohnten, ein Auffanglager einrichten.
*
Raschke grübelte über dem Organigramm seiner Soko, wog ab, wen er sinnvoller Weise mit welchen Aufgaben betrauen konnte. Das Klopfen an der Tür hatte er überhört, so war er in Gedanken versunken. Erst als er von hinten angesprochen wurde, drehte er sich verwundert um. Das joviale Lächeln des Inspektionschefs verwirrte ihn einen Moment. Er hatte das Gefühl, seine Gedanken ständen deutlich auf der Stirn und könnten von seinem Chef gelesen werden. Wie ein ertappter Schüler lief er leicht rot an.


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