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Polizei
Dein Freund und Helfer -Leseprobe-
Autor: Detlef Schmidt
Eingestellt am: 29.03.2006
Seite 3 von 3

Übertreibungen kommen überall vor, so auch in der 2. Bereitschaft. Einige wenige Wachtmeister waren so begeistert von der neuen Welle, dass sie, vorher noch in ihren Ansichten stockkonservativ und autoritätsgläubig, nun nihilistische Züge annahmen.
Für sie gab es plötzlich überhaupt keine Werte mehr.
Ein anderer verkündete, er wäre nun marxistischer Trotzkist.
Er verkaufte seine alte Karre, weil er meinte, der Besitz eines Autos weise auf eine kapitalistische Lebensführung hin und dies wäre mit seinem sozialistischen Gewissen nicht mehr zu vereinbaren.
Jetzt ließ er sich von den Kollegen herumkutschieren.
Wenn ich ihn mit meinem Wagen mitnahm, behandelte er mich so, als wäre ich sein Chauffeur und er mein Arbeitgeber.
Außerdem war er starker Raucher und paffte mir infolgedessen den Wagen voll.
Der Gedanke, dass er sich nun gerade dem luxuriösen Lebensstil eines Kapitalisten annäherte, indem er sich eines Chauffeurs bediente, ist ihm nie gekommen.

Es geht in dem Buch um Folgendes - aus dem Vorwort:
Die zweite Hälfte der sechziger Jahre war eine unruhige und aufregende Zeit, es war die Zeit der Studentenrevolten und der neuen Ideen, die die Welt verändern sollten. Während die Studenten in den Universitäten über innovative Gesellschaftsmodelle diskutierten, verharrte die Polizeibehörde in preußisch-militärischer Tradition.
Die Ausbildung in der Berliner Bereitschaftspolizei in den sechziger Jahren war von Demütigungen und Erniedrigungen der jungen Beamten geprägt. Warum die Ausbildung der jungen Polizisten in dieser Weise praktiziert wurde, ist mir bis zum heutigen Tage, über dreißig Jahre danach, immer noch nicht klar geworden.
Warum wurden die Beamten so heiß, so aggressiv gemacht?
Um eine neue, bürgernahe Polizei, den Freund und Helfer, zu kreieren?
Wohl kaum!
Und in diesem Zustand wurden die jungen Polizeibeamten auf die Demonstranten gehetzt.
Die Berliner Polizei war damals organisatorisch und psychologisch nicht auf Protestbewegung und außerparlamentarische Opposition vorbereitet. Althergebrachte Einsatzstrategien der Polizei führten die Gesellschaft in dieser Zeit fast an den Rand eines Bürgerkrieges. Durch den militärischen Drill hatten die jungen Berliner Bereitschaftspolizisten innerhalb der Kasernentore nicht viel zu lachen. Die „Polizeidienstvorschrift“ regelte fast alles, auch im zwischenmenschlichen Bereich. Raum für individuelle Gedanken blieb da kaum noch.

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