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Die erste "Leiche" vergisst man nicht
Autor: Gerd Boussel
Eingestellt am: 01.02.2006
Seite 2 von 2

Wir waren angekommen. Eiszeit in meinen Adern. Der Mann lag rücklings mitten auf der asphaltierten Straße, wo die weiße Trennlinie beider Fahrspuren verlief. Wir ließen das Abblendlicht des Lada sowie das Blaulicht eingeschaltet und sprinteten zu der – Leiche.
In einem blöden, hirnrissigen Automatismus nahm ich das Handgelenk des Toten, um seinen Puls zu fühlen. Notwendig war das nicht mehr. Die Schädeldecke war in einer großen Fläche weggesprengt und das Gehirn war deutlich zu erkennen. Von dort hatte sich ein kleiner Blutbach bis in den Straßengraben geschlängelt. Das Blut war bereits erkaltet. Es floss nichts mehr. An Wiederbelebungsversuche war gar nicht mehr zu denken. Es war wirklich eine Leiche für mich. Ich versuchte so wenig wie möglich in Richtung dieses Kopfes zu schauen bzw. auf das, was davon noch übrig geblieben war. Es muss 1981 gewesen sein.
Mein Streifenführer saß im Wagen und alarmierte die notwendigen Leute. Fahrerflucht nach tödlichem Verkehrsunfall war für uns die einzige denkbare Ursache. Es muss 1981 gewesen sein.
Später wurde die ganze Sache rekonstruiert. Zusammen mit den Ermittlungen und den festgestellten Spuren war der Karsten zu Fuß auf dem Heimweg von einer Disko gewesen. Irgendwann muss er auf Grund seines Alkoholpegels das Gleichgewicht verloren und mitten auf der Straße gestürzt sein. Dann kam ein Lkw, dessen Fahrer wegen der Bergkuppe den Liegenden vermutlich viel zu spät erkennen konnte. Karsten muss die nahende Gefahr noch einmal mitbekommen haben. In dem Moment, als er den Kopf anhob, sah er den Lkw vielleicht für Sekundenbruchteile. Die Stoßstange des Lkw schlug den Kopf auf den Asphalt. Daraus erklärten sich auch die erheblichen hinteren Schädelfrakturen.
Ob der Fahrer jemals ermittelt wurde, weiß ich nicht.


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