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Polizei
Der verkannte Sohn
Autorin: Hannelore Fritz
Eingestellt am: 16.01.2006
Seite 3 von 3

Wieder fragte sie mich, „habe ich meinen Sohn nicht gekannt?“
Ihre Stimme wurde von Mal zu Mal schriller. Ich sagte ihr, „erzählen sie mir, was ist passiert?“ und löste in ihr damit einen Knoten. Sie fing an zu erzählen.
Ihr Sohn hatte heute Geburtstag, seinen 30. Und sie wollten abends feiern. In einem Vereinsheim, welches sie am Tag zuvor dekoriert und hergerichtet hatten. Getränke waren ebenfalls am Freitag besorgt worden, viele seiner Freunde und Kumpels hatten mitgeholfen. Das Essen sollte so gegen 19.00 Uhr geliefert werden.
Er hatte immer viele Freunde und Kumpels gehabt, auch Frauen. Die große Liebe war nie dabei gewesen. Nein, keine feste Freundin, hat er nie mit nach hause gebracht. Aber etwas dabei gedacht? Nein nie! Er ist ja auch nur eine Etage tiefer gezogen, als die Wohnung vor drei Jahren frei wurde. So war man immer für ihn da.
Und samstags haben sie immer zusammen zu Mittag gegessen. Sie hatte dann nur unten das Telefon einmal klingeln lassen. Heute hatte er nicht reagiert. Dreimal hatte sie das Klingelzeichen gegeben. Als er dann immer noch nicht kam, nahm sie den Wohnungsschlüssel….
„Habe ich meinen Sohn nicht gekannt?!“ fragte sie mich wieder, fasste meine Oberarme und schüttelte mich völlig kraftlos. „Er hätte mir doch alles erzählen können!“
Ihr Mann war wieder im Treppenhaus aufgetaucht und stapfte schweren Schrittes die Stufen zur Wohnung seines Sohnes hinab.
Er nahm seine Frau in den Arm und fragte mich, ob wir etwas zur Beruhigung hätten. Zusammen mit den Notarzt und den Rettungsassistenten schlichen sie die Treppe wieder hinauf.
Oben am Treppenabsatz drehte sich die Frau nochmals zu mir um und ihre Augen fragten mich wieder: „Habe ich meinen Sohn nicht gekannt?“


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