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Polizei
März 2003 - ein Schlussvermerk
Autor: Eckhard Schröder
Eingestellt am: 27.10.2005
Seite 3 von 7

Noch einmal visitierten zwei Kollegen der Kripo das Haus des Vaters, diesmal gründlich.
Etliche Minuten später: „Wir haben ihn gefunden, erhängt, auf dem Boden!“
In jedem anderen Fall wäre das Ergebnis der ersten Nachsuche in schärfster Form als dilettantisch gerügt worden und absolut blamabel gewesen.
Doch irgendetwas stand - unausgesprochen - im Raum, dass als eine Art Rechtfertigung verstanden wurde.
Man hatte doch nicht so konsequent vorgehen können, wie in anderen Fällen. Es ging schließlich um den Inspektionsleiter, seinen kranken Vater, sein Vaterhaus.
Er hätte ja auch noch unter den Lebenden weilen können, da war wohl Zurückhaltung geboten. Sonst hätte man sich auch bloßgestellt.
Rastlose Unruhe, wilde und blödsinnige Spekulationen griffen um sich, infizierten alle, wie ein Virus.
Dass er ausgestiegen war, endgültig und unwiderruflich, wurde spätestens jetzt allen klar.
Die anschließende Diskussion über das Warum gehört dazu. Sie wird und wurde bei jedem Suizid gestellt und mehr oder weniger intensiv diskutiert.
In diesem Fall gewann sie jedoch eine beängstigende Dynamik, so, als könne man das Geschehen durch eine Erörterung dieser Art rückgängig machen.
Nur langsam verstummten die Zweifler, die Erklärer, die Trostspender...
Stunden und Tage später konnte ich, was ich bis heute nicht abschließend erfasst und verarbeitet habe, langsam als Realität begreifen.
Gespräche mit Kollegen und Vorgesetzten folgten, u.a. mit dem Behördenleiter.
Ich vernahm Gründe, aus dem privaten und dienstlichen Bereich, und hörte Erklärungsansätze, die vielleicht dem plausibel erscheinen mochten, der sie gab.
Mir blieb das Tor weitestgehend verschlossen.
Mein Einwand, dass der (politische) Druck im Bereich der Reformkommission III, die Gesprächskultur in den Arbeitskreisen oder der Zwangsmantel, den die oberste Führung meines Erachtens anzuziehen hatte, den Ausschlag gegeben haben könnte, wurde zwar nicht ad absurdum geführt, aber auch nicht für so bedeutsam gehalten.

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