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Schneegestöber
Autorin: Janine Binder
Eingestellt am: 05.06.2005
Ich saß eingekuschelt in 2 Pulli, meine Skiunterwäsche, die Lederjacke und meinen riesigen weißen Mantel auf dem Beifahrersitz und beobachtete die vorbei segelnden Schneeflöckchen. Während mein Kollege draußen den Schnee vor dem Streifenwagen wegschippte, drehte ich hier drinnen die Heizung hoch.
Die behandschuhten Hände aneinander schlagend und mit klappernden Zähnen in einer Schneewolke eingehüllt, ließ er sich schließlich neben mir auf den Fahrersitz plumpsen. Nuschelte in seinen Schal etwas von „faulen kleinen Kolleginnen“ und putzte sich die triefende Nase.
Ich grinste nur blöde und stierte weiter aus dem Fenster, während ich mich fragte, warum ich ausgerechnet heute nicht im Bett geblieben war.
„Fahren wir in die Eifel??“ schniefte es vom Fahrersitz erwartungsvoll zu mir rüber. Ich zog die Augenbrauen hoch. „Du willst in die Eifel??? Bist du irre??? Weißt du wie kalt es da ist??“
„Och komm, bitte, ich find es immer so toll, wenn da Schnee liegt und außerdem sollen wir gucken, in wie weit die Talbrücken vereist sind.“
Ich verzog angewidert das Gesicht und schüttelte vehement den Kopf. „Ich will aber nicht.“ Der Funk knackte. „Du kleiner fauler, frierender Zwerg. Ich seh dich. Ihr fahrt jetzt aber sofort in die Eifel und nächstes Mal schnippst du Schnee!!!“ Ich blickte aus dem Fenster und drehte meinem Chef, der in der gemütlich beheizten Wache saß und gerade gefunkt hatte, eine lange Nase, während am Funk das Gekicher der Kollegen zu hören war. Wusste natürlich wieder jeder, wer hier zu sehr fror, um in die Eifel zu fahren. Grmpf......
Minuten später rollten wir gemächlich über die A 1 in Richtung Eifel-Schneesturm.
Wenigstens war dies das äußerste Ende unseres Bereiches und der Weg dorthin dauerte so lange, daß es im Wageninneren bereits wohlig warm wurde.
Plötzlich merkte ich wie mein Kollege, sonst ein sehr sicherer Fahrer hektisch wurde.
„Was ist?“ fragte ich alarmiert und stierte aus dem Fenster.
„Och nichts, ich versuche bloß gerade zu bremsen, geht aber nicht.“ Ich nickte. „ach so....“ dachte kurz über den Satz nach und stand fast senkrecht auf meinem Sitz.
„Wiederhol das nochmal!“
„Ich bremse seit ca. zwei Minuten und nichts passiert!“ schnauzte er mich an. Ich griff zum Funk.
„Wir brauchen unbedingt mehr Räum- und Streufahrzeuge in den Eifelbereich. Nicht nur die Talbrücken sind vereist. Hier rutscht so ziemlich alles.“ Stille am Funk keine Reaktion. Während wir endlich ein bisschen langsamer wurden wiederholte ich meine Durchsage noch ein paar Mal mit gleich bleibendem Ergebnis. Ich schmiss das Funkgerät gegen die Scheibe „Blöder Scheißdreck!“ und kramte mein privates Handy aus der Tasche.
„Ja ich bin’s, sind in der Eifel, Funk geht wieder nicht, wie immer. Blöder Scheißmistdreckkack....“ bevor ich weiterfluchen konnte, unterbrach mich die Stimme am anderen Ende
„Wie sieht’s bei euch da oben aus?“
„Scheiße sieht’s aus. Hier ist alles vereist. Wir brauchen Räum- und Streufahrzeuge und das möglichst hurtig....“
Ich wollte weiter sprechen, war aber von dem Anblick der sich mir gerade bot total gefesselt. Vor uns stand ein Tankzug quer und wir rutschten immer noch, und zwar unaufhaltsam auf den Tanker zu.

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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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