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Polizei
Vierblättrig
Autor: Werner Knubben
Eingestellt am: 06.05.2005
Seite 2 von 3

Viele hatten sich beim Bundeskriminalamt nicht beworben, andere Botschaften hatten größere Anziehungskraft. Manfred wurde getestet und für geeignet empfunden, 1 Jahr Kabul war gebucht. Abflug: Übermorgen.
Letzte Vorbereitungen und Besorgungen waren noch zu erfüllen, welche Manne in den nahen Supermarkt führen. Shampoo und Tempotaschentücher liegen im Einkaufskorb. Da wird noch eine neue CD-Rom angepriesen, die Manne bereits zu Hause liegen hat. Diese verschwindet – niemand hat etwas gesehen, in seiner Jackentasche.
Es kommt, wie es kommen musste, der Hausdetektiv hatte doch etwas gesehen, stellte den Dieb, erst nach dem Passieren der Kasse, versteht sich, und enttarnte den baldigen Botschaftsschützer als gewöhnlichen Kaufhausdieb.
Die Chance ist vertan. Am nächsten Tag schon werden nicht nur der Flug nach Kabul, sondern bis auf weiteres sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten mit eiserner Hand des Polizeipräsidenten gestoppt. Die Häme und der Spott der Kollegen sind mit den Händen zu greifen. Manfred verliert den Halt unter den Füssen, wird krank, schämt sich zu Tode vor sich selbst, seiner Frau und vor den Kollegen, hadert mit dem Schicksal, kann sich nicht erklären, wie das so weit kommen konnte, wird innerlich noch kleiner und will nicht mehr, will niemals wieder in den Dienst, niemals ins Ausland, will nichts mehr, nur noch verschwinden, unsichtbar sein, weg.
Polizeiärztliche Aufmerksamkeit leistet erste Hilfe, von der einsichtigen Ehefrau gegen Mannes heftigen Widerstand: „Mir kann niemand mehr helfen!“ vermittelt. Dann steht Manfred vor meiner Tür, lässt sich freundlich, offen hereinbitten, verliert bald seine immer noch beschämte Scheu und beginnt mutig seine Entdeckungsreise nach Innen, weit zurück in die Kindheit, erkennt mehr und mehr die Wurzel seiner behinderten Ich-Stärke, versöhnt sich in einem monatelang dauernden Prozess vor allem mit seinem Vater, der längst tot ist und er gelangt dabei auch in eine gesunde, stärkende Beziehung zu seiner Mutter, die sich, soweit weg sie auch wohnte, dichten und schwächenden Einfluss auf ihren einzigen Sohn bewahrt hatte. Am Ende der Therapie fand Manfred die Idee ein Fest der Versöhnung mit dem Leben zu feiern, faszinierend. Ein Wochenende wollte er mit seiner Frau in den Alpen verbringen, miteinander spazieren gehen, gut essen und wieder leben.
Auf einem dieser Spaziergänge trafen Eva und Manfred eine alte Frau, die sich auf einem Stock stützend mit dem Finger auf den Boden zeigte, wo die beiden vorerst nur Wiese sahen. „Da, sehen Sie genau hin, da, da wächst ein vierblättriges Kleeblatt, pflücken sie es, das ist für Sie bestimmt, Sie können Glück gebrauchen, ich bin schon alt!“ Die Alte setzte sich durch. Überrascht von diesem Glück, übergab Manfred tief bewegt und berührt seiner Eva das vierblättrige Kleeblatt. Mit dieser Glückserfahrung kam er in die nächste und vorerst letzte Sitzung.


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