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Atemzug
Autor: Ulrich Hefner
Eingestellt am: 16.03.2005
Dieser Text im pdf-Format: Atemzug.pdf (12 kByte)
Seite 3 von 3

Mein Herz pochte bis zum Hals, ich spürte ein Kribbeln im Bauch. Hoffentlich würde ich es noch rechtzeitig schaffen. Ich machte mir Vorwürfe. Jeder hatte gewusst, wie es um sie stand. Warum war ich nicht bei ihr geblieben?
Ich hätte Urlaub nehmen können. Aber dieses verdammte Projekt ... ich wollte es endlich zu Ende bringen. Doch war es das wert? Hatte sie nicht auch schon oft genug Zeit für mich geopfert, Zeit mit der sie mehr hätte anfangen können.
Als ich vor dem Haus parkte, blickte ich auf die Uhr. Zehn Minuten nach Acht.
Als ich die Haustüre aufschloss, lief ein Schauer über meinen Rücken. Ich hastete die Treppen hinauf und stürzte ins Schlafzimmer.
Da lag sie in ihrem Bett. Die grauen Haare hingen ihr in das schweißverklebte Gesicht. Ihr Augen blickten verklärt zur Decke. Ich ging zu ihr uns setzte mich auf die Bettkante.
Alle waren sie gekommen. Schiefers, der Hausarzt, Monika und Hellmut, Birgit und Hans, doch ich hatte keine Augen für sie. Sanft streichelte ich ihr über die Stirn.
„Hallo Mutter, ich bin hier“, sagte ich sanft zu ihr.
Sie wandte den Kopf. Ein Lächeln huschte über ihr faltiges Gesicht. Sie griff nach meiner Hand, dann nahm sie noch einen tiefen Atemzug. Ein letzten Atemzug, bevor sie friedlich einschlief. Ihr Körper entspannte sich.
Tränen schossen mir in die Augen.
Das war vor genau einem Jahr. Und wenn ich heute daran denke, dann weiß ich genau, sie hat auf mich gewartet. Gewartet bis zum letzten Atemzug.

... und noch etwas weiß ich seit dieser Zeit: Stillstand ist Frieden.


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