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Durchgeknallt - Leseprobe -
Autor: Peter Heilmann
Eingestellt am: 04.07.2004
Dieser Text im pdf-Format: durchgeknallt.pdf (29 kByte)
Seite 4 von 7

Müller räuspert sich: „Das war’s also. Für den ist Ende mit Schönschreiben. Eines Tages liegen wir alle irgendwo rum. Ist fast egal, wo du dann liegst, du merkst sowieso nichts mehr. Ich staune nur, wie gut der noch erhalten ist. Liegt wohl daran, dass es hier so luftig ist. Da fällt mir gerade ein, Du glaubst doch an Gott und Religion und so was. Siehst Du, das ist alles, was von uns übrigbleibt. Morgen wird der Typ auseinandergeschnitten, damit die Todesursache festgestellt werden kann und dann ist Finito, ab in die Kiste. Hallo, ihr lieben Würmer, es gibt Happi Happi.
Da fällt mir ein, zur Obduktion morgen musst Du auch kommen. Das ist Vorschrift. Diejenigen, die den gefunden haben, müssen zur Identifizierung bei der Obduktion sein. Wenn Du willst, kannst Du mit mir mitfahren. Der Schummi vom Erkennungsdienst kommt auch mit, damit man den Typen erkennungsdienstlich behandeln kann. Du weißt ja, Fotos und so weiter.“
„So ein Mist! Morgen habe ich frei. Ich wollte endlich mal mit Silvia einen Einkaufsbummel machen. Meinst Du nicht, dass es reicht, wenn Du hingehst?“
„Kannst Du vergessen. Wann haben wir hier schon mal eine unklare Leichensache, da spielen wieder alle verrückt und alle Vorschriften müssen genau beachtet werden.“
Weber spuckt in hohem Bogen aus: „Mist, Mist verdammter. Das gibt wieder Ärger. Jedes Mal wenn ich mit Silvia etwas unternehmen will, kommt eine blöde Sache dazwischen. Das passiert fast nie, wenn ich andere Dinge vor habe. Aber ausgerechnet jetzt wieder bei ihr. Mist!“
Die beiden, die sonst eigentlich recht wortkarg sind reden drauf los. Es ist nicht zu übersehen, dass ihnen die Umgebung und die Situation nicht so recht gefallen.

„Apropos Religion. Was denkt Ihr eigentlich, was los ist, wenn man abgenibbelt ist“, knurrt Müller, indem er sich eine neue Zigarre an der alten ansteckt.
„Was soll ich dazu viel sagen. Wir glauben daran, dass wir als Geistwesen gelebt haben bevor wir auf die Erde kommen. Du musst Dir den Körper vorstellen, so ähnlich wie einen Handschuh. Der Körper umhüllt den Geist während des Erdenlebens und wenn man stirbt, wird der sogenannte Handschuh ins Grab gelegt und der Geist geht wieder dahin zurück, wo er hergekommen ist. Irgendwann gibt es eine Auferstehung, in der Geist und Körper wieder vereint werden. Das ist natürlich nur in groben Zügen. Wenn Du mal mehr wissen willst, können wir uns ja noch mal unterhalten.“
Müller wird einer Antwort enthoben, da Toni die vordere Treppe runterkommt. Er geht vor den Leuten vom Beerdigungsinstitut, die eine stabile Plane bei sich haben.
„Guten Tag“, grüßen die Männer.
„Tag! Wollt Ihr den in die Plane packen“, wundert sich Weber.
„Das machen wir immer so. Versuch mal, hier einen Zinksarg rauszutragen. Der steht oben fertig.“
Toni mischt sich in das Gespräch: „Ich habe noch einen Wagen angefordert. Die Kollegen machen eine äußere Absperrung, damit wir nicht die Neugierigen mit im Sarg liegen haben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Gaffer jetzt inzwischen oben auf der Strasse zusammengelaufen sind.“


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