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Durchgeknallt - Leseprobe -
Autor: Peter Heilmann
Eingestellt am: 04.07.2004
Dieser Text im pdf-Format: durchgeknallt.pdf (29 kByte)
Seite 5 von 7

Inzwischen liegt die Leiche in der Plane, die mit einem stabilen Reißverschluss geschlossen wurde. So kann man nichts mehr sehen. Erst zur Obduktion wird alles wieder ausgepackt.
Hinter den Trägern, die mit ihrer Last vorsichtig über das herumliegende Gerümpel steigen, verlassen auch die Beamten den unschönen Ort.
„Daniel von Daniel 11/23, kommen!“
„Daniel hört!“
„Einsatz Ende!“

„11/23, melden Sie sich über Zweimeter!“
Toni nimmt das Handsprechfunkgerät aus der Halterung. „Was ist los?“
Wenn es etwas zu besprechen gibt, das nicht in allen Streifenwagen zu hören sein soll, wird immer das Kurzwellengerät benutzt. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass nicht Unbefugte zuhören. So kann man die Kollegen eines einfahrenden Streifenwagens noch schnell darum bitten, dass die Pommes oder was anderes mitbringen.
Natürlich ist der Sinn und Zweck dieser Geräte ein anderer, was sich auch gleich deutlich zeigt.
Der Kollege von der Leitstelle fragt: „Sitzt der Klaus neben Dir? Gib mir den mal!“
Toni reicht das Gerät rüber. Klaus meldet sich: „Ja.“
„Hier Werner. Pass auf. Fahrt mal zum Winkhauser Talweg 328. Da wohnt eine Sonja Klösters. Die Mutter von der hat aus Frankfurt angerufen weil sie sich Sorgen macht. Die hat vor ca. zwei Stunden mit ihrer Tochter telefoniert. Die Tochter hat so eine Andeutung gemacht, dass das Leben keinen Sinn mehr hat, weil der Freund Schluss gemacht hat. Jetzt versucht die Mutter seit der Zeit andauernd die Tochter zurückzurufen und es geht niemand ans Telefon. Fahrt doch mal dahin und seht nach, was da los ist.“
„Okay, machen wir. Ich melde mich dann später“, mit den Worten reicht er Toni, der neugierig rübersieht, das Funkgerät zurück.
„Wir fahren zum Winkhauser Talweg 328. Da ist so eine junge Perle, die mit ihrem Freier Schluss hat. Jetzt hat die Mutter Sorge, dass die Tochter sich was antut. Weißt Du wo das ist?“
„Na klar. Ich bin zwar noch nicht lange in Mülheim, aber die Straße kenne ich. Da hatten wir erst vorgestern einen Familienstreit.“
Von der Heinrich-Melzer-Straße aus ist es nicht weit. Schon nach wenigen Minuten befinden sie sich auf dem Winkhauser Talweg, der im unteren Teil nur einseitig bebaut ist. Auf der einen Straßenseite befinden sich in wahlloser Folge verstreut Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die andere Seite wird durch eine uralte graue, halbhohe Mauer abgegrenzt, die sicherlich seit über hundert Jahren Fußgänger und Fahrzeuge von den Bahngleisen fernhalten soll, die sich dahinter befinden.
Ein Zug rauscht mit ratterndem Rauschen vorbei. Das Geräusch erstickt jedes Gespräch, so dass Klaus wiederholt: „Du musst mal sehn, dass Du irgendwie ganz eng an die Büsche fährst oder wenn wir Glück haben, gibt es da eine Einfahrt, wo wir parken können. Das ist echt Mist. Hier möchte ich nicht wohnen.“
Das Glück ist mit ihnen. Direkt vor dem Haus Nummer 328 finden sie einen freien Platz. Wahrscheinlich machen einige Mieter einen Sonntagsausflug.


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