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Durchgeknallt - Leseprobe -
Autor: Peter Heilmann
Eingestellt am: 04.07.2004
Dieser Text im pdf-Format: durchgeknallt.pdf (29 kByte)
Seite 2 von 7

* * *


Gemütlich sitzen die Beamten des B-Drittels im Aufenthaltsraum des Schutzbereiches. Der Duft des würzig, aromatischen Kaffees liegt angenehm in der Luft. Auf dem Tablett, welches auf dem Tisch steht sind nur noch wenige Kuchenstücke, die aufbewahrt wurden für die Beamten des Streifenwagens, der in der Stadt seine Runden dreht.
Einige haben es sich mit offenem Hemdkragen bei einer Verdauungszigarette bequem gemacht. Ja, so kann man den Sonntagnachmittag aushalten. So ist der Dienst angenehm.
Die Gespräche drehen sich wie man so sagt, um »Gott und die Welt«, die geplanten Veränderungen im Polizeidienst, die der neue Innenminister einführen will und bei einigen, wie sollte es auch anders sein, um Thema Nummer eins.
Die Idylle wird durch das quäkende Schnarren des alten Lautsprechers unterbrochen:
„Müller! Komm mal zur Leitstelle!“
„Dreck, immer wenn es gemütlich ist“, brummt Müller, erhebt sich und verlässt den Raum.
Nach wenigen Minuten kommt er zurück:
„Dreck, absoluter Dreck! Ich brauch` mal eine Streifenwagenbesatzung. Klaus, könnt Ihr mitkommen? In der Heinrich-Melzer-Straße haben ein paar Blagen in einem der abbruchreifen Häuser angeblich eine Leiche gefunden.“
Klaus Weber erhebt sich, schnallt die Pistole an den Gürtel und steckt den Schlagstock ein, dabei nickt er seinem Partner zu:
„Kommst Du, Toni. Hast Du schon mal eine Leichensache gehabt?“ „Nein, bis jetzt noch nicht“, entgegnet der. „Muss aber auch nicht unbedingt sein.“
Weber nimmt seine Mütze: „Na komm schon. Einmal ist immer das erste Mal. Warum also nicht sofort.“
Beide folgen Müller zu den bereitstehenden Streifenwagen. Wie immer fahren Kripo und Schutzpolizei getrennt, damit sie draußen unabhängig sind.
Die Fahrt über die fast menschenleeren Straßen dauert nur wenige Minuten. Als sie von der Auerstraße in die Heinrich-Melzer-Straße einbiegen sagt Weber eigentlich mehr zu sich selbst, aber doch deutlich genug, dass Toni es mitbekommt:
„Manchmal frage ich mich, wieso diese kleine Pissstraße einen so langen Namen hat.“
Vor der abbruchreifen Häuserzeile steht Müller, umringt von einigen Kindern, neben seinem Fahrzeug.
Sie halten an:
„Daniel von Daniel 11/23. Kommen!“
„Hört!“
„Verlassen Heinrich-Melzer-Straße Fahrzeug!“
Müller nickt ihnen zu: „Komm Ihr mit. Der Typ soll im Keller liegen.“


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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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