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Polizei
Wo die Liebe wohnt bleibt das Leben
Autor: Erich Seifert
Eingestellt am: 11.03.2004
Wenn ich mich des Abends auskleide, wieder einmal alleine zu Bett gehe, die Beine lang ausstrecke und mich mit weißen Laken bedecke, dann kommt mir manchmal unwillkürlich ein Ereignis in den Sinn, das mich heute noch sehr berührt.
Draußen hingen die Wolken tief und grau über den Häusern. Die letzten Blumen waren schon vom Wind zersaust. Von den Zweigen fielen goldbraun gefärbte Blätter. Die Nester der Vögel waren schon leer. Der Wind blies rau über die Stadt. Aus einzelnen Schornsteinen stiegen schon Rauchschwaden auf.
Unaufhörlich prasselte der Regen gegen die Windschutzscheibe unseres Streifenwagens „Günther 1/266“. Sicht war fast Null.
Es war Sonntagmorgen, die Glocken riefen unüberhörbar zum Gottesdienst. Die Straßen waren wie leergefegt. Nur ein paar schon ergraute Häupter quälten sich in dunklen Mänteln gehüllt, durch den Windregen auf dem Trottoir in Richtung Kirche. Junge Leute waren nicht zu sehen. War die Disconacht zu lange?
Doch plötzlich wurden meine Gedankengänge durch die aufgeregte Stimme des Funksprechers jäh unterbrochen.
„Günther 1/266“, fahren Sie unverzüglich zur Kreuzung Eisenbahn- Friedenstraße, dort schwerer Verkehrsunfall“! Mein Streifenkollege brachte nur noch drei Worte über die Lippen: „So ein Sauwetter“!
Mit Blaulicht und Martinshorn am Ereignisort angekommen, fanden wir ein Bild vor, das recht harmlos erschien. Es war alles andere als ein schwerer Verkehrsunfall. Nur ein paar Dellen an den Kotflügen der unfallbeteiligten Fahrzeuge. Der vorfahrtsberechtigte PKW-Fahrer, ein Mann in den besten Jahren, gab sich eher gelassen, trotz des strömenden Regens.
Und wer hat schon gerne mit der Polizei zu tun?
Am anderen Fahrzeug saß ganz verschüchtert ein älteres Paar. Die Frau auf dem Beifahrersitz hatte das Magnifikat aufgeschlagen und las daraus leise ein Gebet. Der Herr mit den weißen Haaren am Steuer war so geschockt, dass er kein Wort herausbrachte. Er zitterte am ganzen Körper, sein Gesicht war kreidebleich. Man sah den Beiden die Anständigkeit und Ehrlichkeit an ihrem faltenreichen Gesicht an. Sie waren wie immer um diese Zeit am Sonntagmorgen mit ihrem Auto auf dem Weg zur Antoniuskirche.
Intuitiv schoss es mir durch den Kopf: „Solch liebevolle Menschen begehen doch sicherlich keine Sünden mehr“.


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