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Artikel in der Nürnberger Abendzeitung vom 01.10.2005

Zwischen Job und Gefühl

Polizei-Alltag ganz anders im Buch „Die erste Leiche vergisst man nicht“
von Andrea Uhrig


Eigentlich ist Elmar Heer meistens mit seinem Schäferhund Bux unterwegs, sucht nach Drogenverstecken, fahndet nach Einbrechern oder Vermissten. Doch im Moment ist der Nürnberger Oberkommissar noch in ganz anderen Dingen gefordert. Er muss Autogramme schreiben. Eher zufällig wurde der 47-jährige mit dem Internet Projekt Polizei-Poeten zum gefragten Autoren. Jetzt wurde das erste Buch veröffentlicht. Darin erzählen Beamte davon, was der oft zermürbende Berufsalltag mit sich bringt. „Die erste Leiche vergisst man nicht“ (erschienen im Piper-Verlag, 8,90 Euro) scheint ein Bestseller zu werden.

Kürzlich wurde das Buch der Öffentlichkeit vorgestellt, innerhalb einer Woche kletterte es bereits auf Platz 44 der Verkaufs-Charts. In zum Teil erschütternden Geschichten berichten die Ordnungshüter von ihren Erlebnissen und zeigen sich als Menschen, die andere leiden und sterben sehen, weil es ihr Beruf mit sich bringt. Beamte von Spezialeinheiten, Autobahn- und Streifenpolizisten, Kriminaldirektoren, Rauschgiftfahnder und Ermittler erzählen von ihren ersten Nächten. Von der Hilflosigkeit und dem Entsetzen, wenn sich missbrauchte Kinder ihr Schicksal von der Seele reden, von stinkenden Leichen, von der Trauer der Mütter, die erfahren hat, dass ihr Kind überfahren wurde. Und davon, dass in ihrem Alltag ein Mordfall nicht in 90 Minuten gelöst wird.

Dem Herausgeber Volker Uhl ist es gelungen, zwischen harter Arbeit und Gefühlen, Akten und Poesie, Uniform und Mensch und Bürokratie und Humanismus eine Brücke zu schlagen. „Der Titel des Buches trifft auf jeden zu“, erzählt Elmar Heer, „aber das schöne am Job ist, dass man immer wieder die Möglichkeit hat, Freund und Helfer zu sein. Zum Glück hat man es nicht jeden Tag mit Leichen zu tun.“
br> Noch heute erinnert er sich an den 22-jährigen, der sich an Heilig Abend aus Liebeskummer auf dem Dachboden des Elternhauses erhängt hat. Damals war der jetzige Hundeführer genauso alt wie der Verzweifelte und fuhr gerade ein paar Wochen Streife bei der Inspektion Süd. „Das Bild hat sich eingebrannt, ich sehe es noch wie gestern vor mir.“

Trotz der oft schrecklichen Erlebnisse hat der Oberkommissar nie seine Berufswahl bereut. Als 13-jähriger hatte er einen Film mit Heinz Rühmann gesehen, der in dem Streifen einen Hundeführer spielte. „Das wollte ich werden.“

1990 war es soweit, seitdem ist Elmar Heer mit einem vierbeinigen Kollegen unterwegs, mit einer kurzen Unerbrechung: Von Januar bis Dezember 2002 beteiligte er sich an der UN-Mission im ehemaligen Bürgerkriegsland Bosnien-Herzegowina. Mit 40 Kollegen aus verschiedenen Nationen arbeitete er zusammen, baute die Diensthundestaffel auf. Seine Erlebnisse schrieb er unter dem Titel „Elf Monate und ein Tag“ eher „spaßeshalber“ nieder.

Nach einem Aufruf in der polizeiinternen Zeitschrift schickte er sein Erstlingswerk ein – jetzt wurde es in tausendfacher Auflage gedruckt. Für Elmar Heer ein Ansporn, öfter Gedanken niederzuschreiben. Dass mit den Autogrammen findet er aber ein bisschen komisch. „Normalerweise sind die Unterschriften von Polizisten ja nicht so gefragt – meist stehen die ja auf Strafzetteln.“


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