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(135)
Am 06.11.2005 um 16:36 Uhr schrieb Karl Schröding aus Worms (karl.schroeding@t-online.de):

Hallo, Polizei-Poeten,
gestern vormittags, auf der Heimfahrt von Stuttgart, habe ich mehr zufällig auf SWR das Interview mit Herrn Kollegen Uhl mitverfolgt und damit erstmals von den Polizei-Poeten gehört. Nach eingehendem Studium der Homepage weiß ich nun etwas mehr über euch.
Herzliche Gratulation zu eurer Initiative. Ich werde eure Seite künftig sicher noch oft besuchen.

Und - lasst euch nicht verrückt machen von Beiträgen wie "Siebert aus Gießen"...

K.Schröding (BKA WI)


(134)
Am 04.11.2005 um 00:08 Uhr schrieb Mik aus Gelsenkirchen:

Hey!!
Großes Kompliment an die Seite!! Ist super geworden! Hab auch euer Buch gelesen! Sehr eindrucksvoll! Im Moment verfolge ich auch den Berufswunsch der Polizistin! Es war sehr interessant, einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt derer zu werfen,die es schon geschafft haben!! Werde mich weiter informieren! Macht weiter so! Lg Mik


(133)
Am 01.11.2005 um 10:54 Uhr schrieb I.F. aus irgendwo (poesieblume@web.de):

Hall Kathi, hallo Martin,

kann es sein, dass ihr es nicht verstehen wollt, das, worum es hier tatsächlich geht? Ich habe es doch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sich jeder, der seine Texte in dieses Forum einstellt, gleichzeitig seinem Kritiker, dem Publikum stellt. Und Texte werden nunmal nicht alleine ihres Inhalts, ihres erzählerischen Werts wegen, bewertet. Es geht doch hier lediglich darum, den Autoren zu verdeutlichen, dass sie viel Potential verschenken, wenn sie nicht "richtig erzählen".

Noch etwas zum Nachdenken:
Umberto Ecco ("Der Name der Rose") sagte einmal: "Jeder ist sein bester Erzähler." Beachtet bitte das Possessivpronomen "sein" und hinterfragt einmal diesen Satz. Was will Ecco mit diesem Satz über das Erzählen wirklich sagen? Wer kommt drauf?

Viele Grüße
I.F.


(132)
Am 01.11.2005 um 10:03 Uhr schrieb Kati Jahn aus Nienburg (kapogo@gmx.de):

Eine angeregte Diskussion hat sich hier erfreulicherweise ergeben...

Bin auch eine von den Schreiberinnen, die sich nicht Autoren nennen dürfen.

Tatsächlich habe ich niemals etwas über das Schreiben an sich gelernt, abgesehen von ein paar Grundlagen im Leistungskurs Deutsch in der Oberstufe.

Ich kann aber damit leben, dass meine Texte nicht perfekt sind und in Folge dessen nicht von allen gemocht werden.

Hauptsache ist doch, dass möglichst viele Menschen den Inhalt verstehen. Und somit der Polizist zum Mensch wird.

Menschen sind wir nämlich, mit menschlichen Fehlern. Eben keine perfekten Autoren.

Einem engagierten Fußballer würde man das Spielen auch nicht verbieten, nur weil es für die Bundesliga nicht reicht. Auch die Kreisklasse hat doch begeisterte Zuschauer.

So wie diese Seiten begeisterte Leser finden, die (immerhin doch kostenfrei) Spaß an den Texten haben.

Also weiter so!

Gruß, Kati


(131)
Am 31.10.2005 um 16:42 Uhr schrieb Martin Ulbrich aus Ditzingen:

Hallo Desiree !
Lass die Leute über die Texte schreiben was sie wollen. Mir und den meisten Leuten ist es nicht wichtig ob es Leute gibt, welche die Texte in jedem einzelnen Wort prüfen und sich mit dem Satzbau stundenlang einen dicken Kopf machen. Verstanden solle die Texte werden, das ist das Wichtigste.

Grüße: Martin


(130)
Am 31.10.2005 um 12:19 Uhr schrieb I.F. (poesieblume@web.de):

Hallo Désirée,

deinen Ausführungen kann ich nicht zustimmen. Wenn du sagst, Polizeibeamtinnen, resp. Polizeibeamte sollten "einfach nur schreiben", sich nicht um Grammatik oder Stil kümmern, dann ist das nicht nur falsch, sondern obendrein unlogisch. Was bleibt denn vom traurigen, erschütternden Erlebten, wenn der Autor nicht in der Lage ist, das Ganze in Sätze zu fassen? Oder noch schlimmer: Wenn seine Erzählung den Touch unfreiwilliger Komik erlangt, nur weil er schlampig erzählt.
Schreiben ist Handwerk und dieses muss und kann erlernt werden. Zu einfach ist es festzustellen: "Schreibt nur, liebe Polizistinnen und Polizisten, schreibt euch nur alles von der Seele!"
Jeder, der sein Werk in dieses Projekt einfließen lässt, jeder also, der einen Text schickt, von dem er will, dass ihn die Macher einem - sehr bunt gemischten -Publikum präsentieren, der hat schon lange aufgehört, nur für sich selbst zu schreiben: Der schreibt für die Öffentlichkeit! Und jeder, der sich mit seinem Text "in der Öffentlichkeit zeigt", muss sich an der Qualität seiner Arbeit messen lassen. Es gibt also keinen Grund, über einen Beitrag wie den von dir zitierten, erschüttert, oder enttäuscht zu sein. Eher bin ich das über deinen Beitrag!

Gruß
I.F.


(129)
Am 30.10.2005 um 12:55 Uhr schrieb Désirée Meier aus 5600 Lenzburg / Schweiz (postmaster@rudolf-meier.ch):

Hallo Siebert
Ich bin über Ihren Eintrag im Gästebuch entsetzt . Es geht hier nicht darum , wie perfekt und fehlerfrei jemand schreibt , wie es derjenige oder diejenige ausdrückt . Es geht hier darum , das Erlebte zu offenbaren , die Ängste , Gefühle , aber auch Freude rauszulassen . Da sind unbeschreibliche emotionen zugegen , die zu dem Zeitpunkt des schreibens noch einmal revue passiert werden . Schlechte Erinnerungen und Erfahrungen , die noch einmal hochkommen . In diesem Moment kann man sich nicht noch zusätzlich auf die Ortographie konzentrieren . Die Polizisten sind , die hier schreiben , haben keine Ausbildung als Schriftsteller . Also kommt es gar nicht drauf an , wie jemand schreibt . Ein etwas verrückter , nicht fehlerloser Text kommt viel besser und natürlicher herüber als ein perfekter , korrigierter Text . Das Erlebte wirkt dann irgendwie unreal , nicht glaubwürdig .
Liebe Polizistinnen und Polizisten . Liebe Kolleginnen und Kollegen . Lasst Euch nicht von irgendwelchen Literaturwissensch. beirren und schreibt , was Euch gerade aus dem Leibe rückt . Bleibt natürlich , bleibt wie Ihr seid .
In Gedanken immer bei Euch , Désirée Meier .


(128)
Am 27.10.2005 um 13:27 Uhr schrieb Siebert aus Gießen (juke79@gmx.de):

Hallo Polizei Poeten und -innen,
als Literaturwissenschaftlerin und Autorin von Kurzprosa, die ich bin, besuche ich eure Seite täglich. Allerdings nicht aufgrund ehrlicher Bewunderung für die hier veröffentlichten Texte, sondern aus Begeisterung für die unfreiwillige Komik mancher Beiträge und um mir immer wieder die Ergebnisse der Nichtbeachtung literarischer Grundregeln anzusehen. Aus meiner eigenen Tätigkeit weiß ich, welchen Anteil das Handwerkliche an der Entstehung guter Texte hat. Ich habe bei meinen Besuchen der Seite immer wieder den Eindruck gehabt, daß Texte veröffentlicht werden, bevor sie überprüft, gelesen und korrigiert sind. Als Beispiel möchte ich den Text des heutigen Tages anführen: In "Wo die Liebe wohnt, da bleibt das Leben" vermisse ich einen inhaltlichen Konnex zwischen Titel und Geschichte. Weshalb bleibt das Leben - sollte es sich hier um eine Bezugnahme auf den beschriebenen Verkehrsunfall handeln? Des weiteren fällt mir an dem Autor der inflationäre Gebrauch von Anführungszeichen auf
(der sich sogar bis in seine Kurzbiographie zieht), mit denen sinnlos ironisiert wird, was nicht zu ironisieren ist. Eine Gruppe von zwei Menschen, die einander liebend zugetan sind, ist ein Pärchen, selbst wenn ihnen der Trauschein fehlt, weshalb also den Begriff in Anführungszeichen setzen?
Ich bin mir darüber bewußt, daß diese Seite eine Plattform für Laien darstellt, aber ich denke, daß einige Texte durch eine genauere Überarbeitung nur gewinnen können. Daß einige eurer Kollegen es bis zur Veröffentlichung ihrer Werke bei großen Verlagen geschafft haben, beweist nur, daß der Literaturbetrieb auch zugänglich ist für diejenigen, denen Schreiben nicht zum Broterwerb dient. Aber auch in diesen Texten -deren stilistische Qualität größer ist - habe ich Passagen ausgemacht, die mich frieren ließen. So schreibt Simone Meinhardis in dem hier veröffentlichten Kapitel aus ihrem Roman, der Täter sei ein "Zigeuner" gewesen. Der unkritische Umgang mit ethnischen Vorurteilen, der sich für mich durch diese Wortwahl transportiert, hat meinen Begriff der political correctness verletzt.
Ich möchte diesen Eintrag als konstruktive Kritik verstehen und nicht den Eindruck erwecken, ich würde die beiden von mir genannten Autoren persönlich angreifen wollen, sondern sie als Beispiele für Fehler anführen, die bei einigen Texten auf dieser Seite zu finden sind und sich meiner Meinung nach mit fehlender Korrektur des Geschriebenen erklären lassen. Allzu häufig scheinen mir die Autoren das WAS? beim Schreiben vor das WIE? zu stellen und die handwerkliche Komponente des Erzählens zu vernachlässigen. Dabei ist gerade sie es, die man erlernen kann und der Buchhandel hält genug Handleitugen für das Schreiben von Prosa der verschiedensten Genres bereit, die helfen, die Erzählung einer spannenden Begebenheit auf ein solides Fundament zu stellen.
Vielleicht helfe ich ja dem ein oder anderen hier dazu, über seine nächste Geschichte von den Kollegen nicht nur zu hören "Ja, das kenne ich, das ist so", sondern: "Ja, das kenne ich auch, aber so hätte ich es nicht beschreiben können."



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Henry Miller, aus einem Interview in den 60-iger Jahren
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