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(535)
Am 23.11.2011 um 13:59 Uhr schrieb Christiane Neukirch aus München (Christiane.Neukirch@br.de):

Schön, dass das jemand mal so gut formuliert! Insofern auch gut, dass die Frage von dem Leser des SZ-Magezins gestellt wurde. Ist ja doch eine irgendwie seltsame Frage: Ich glaube, niemand würde auf die Idee kommen, einem Feuerwehmann vorzuwerfen, selbst schuld zu sein, wenn er in dem Beruf zu Tode kommt, den er gewählt hat, und in dem er bewusst durch Einsatz seines Lebens andere rettet. Warum kommen dann solche Fragen bei Polizisten auf, die ja doch dasselbe tun – wenn auch vielleicht auf andere Art? Würde es niemanden geben, der so einen Beruf wählt, mit dem er andere schützt, müssten wir unseren eigenen Kopf unfreiwillig in Gefahr sehen. Also sei allen Dank gesagt, die das – auch noch freiwillig! – tun.


(534)
Am 23.11.2011 um 12:33 Uhr schrieb Elmar Heer aus Nürnberg (elmarheer@t-online.de):

Liebe Polizei-Poeten, Kollegen und Besucher dieser Homepage,

viele dieser Geschichten hier handeln von schrecklichen, prägendenden Ereignissen, der Begegnung mit dem Leid anderer Menschen. Aber auch von eigenen Nah-Tod-Erfahrungen durch Dritte, die ein anderer Beruf so kaum mit sich bringen würde.

Nach den schrecklichen Morden an Michele Kiesewetter 2004 und Mathias Viet im August 2011 habe ich vermehrt Kommentare hören und lesen müssen, von „Na und? Schließlich hat sie/er bewusst das Risiko auf sich genommen“ bis „Selber schuld, als Bäcker wäre ihm/ihr das nicht passiert“.

Hierzu möchte ich einen Leserbrief aus der Süddeutschen Zeitung (Magazin vom 18.11.11, „Die Gewissensfrage“) mit der bemerkenswerten Antwort darauf von Dr. Dr. Rainer Erlinger zitieren:

Gewissensfrage:
»Vor Kurzem wurde in Augsburg ein Polizist im Dienst erschossen. Das finde ich schrecklich, er und seine Familie tun mir sehr leid. Über den Mord wurde überall berichtet, auf Titelseiten, die Spieler des FC Bayern trugen Trauerflor deswegen. Nur: Jedes Jahr werden in Deutschland Hunderte von Menschen ermordet, ohne dass das größeres Aufsehen erregt. Und Polizisten haben sicher ein höheres Risiko, getötet zu werden, das gehört zu ihrem Beruf, den sie freiwillig ergriffen haben. Ist es nicht seltsam, den Tod eines Menschen mehr zu bedauern, weil er eine bestimmte Position hatte?« Rainer S., München

Antwort:
„Die Trauer um den Tod von Menschen, die man nicht kannte, ist ein eigenartiges Phänomen. Viele Millionen haben etwa um Prinzessin Diana oder Robert Enke getrauert, ohne ihr oder ihm jemals begegnet zu sein. Mit ein Grund liegt sicherlich in der medialen Präsenz des oder der Toten und des Todes. Ein Tod, über den ausführlich berichtet wird, speziell, wenn man den Toten mit einem Gesicht und einer Biografie verbindet, geht emotional näher als ein anonymer Bericht über das Ereignis oder gar eine statistische Zahl. Dies dürfte auch hier der Fall sein.

Wie aber steht es um die Tatsache, dass für Polizisten das Risiko zu ihrem Beruf gehört und sie das Risiko freiwillig eingegangen sind? Im Hinblick auf die Person, den Menschen, der getötet wurde und dessen Tod man bedauert, darf dieser Aspekt keinen Unterschied machen. Im Hinblick auf seinen Beruf und die Übernahme der Gefahr meines Erachtens schon – wenn auch eher umgekehrt, als es bei Ihnen anklingt.

In seinem gerade erschienenen Mammutwerk Gewalt zeigt der Evolutionspsychologe Steven Pinker auf, dass die Gewalt in den letzten Jahrhunderten massiv zurückgegangen ist. So sei die Mordrate in den europäischen Ländern seit dem Mittelalter von durchschnittlich 40 pro 100 000 Einwohner auf weniger als ein Dreißigstel des damaligen Werts gefallen. Pinker führt das unter anderem auch auf das erstarkte und akzeptierte Gewaltmonopol des Staates zurück und damit auf die Polizei. Bei aller gesunden und teilweise berechtigten Skepsis gegenüber dem Staat, seiner Gewalt und möglichen Exzessen bedeutet das, dass die Polizisten die Gefahr stellvertretend für die Bürger übernehmen, anders ausgedrückt: ihren Kopf hinhalten. Ein Polizist mag die Aufgabe und damit das Risiko freiwillig übernommen haben, dennoch steht jeder Polizist, der im Dienst getötet wird, im weitesten Sinne – weil er das Gewaltmonopol repräsentiert und ermöglicht – anstelle der vielen, die deshalb nicht ermordet werden. Damit aber kann man die besondere Trauer um ihn als Dankbarkeit dafür auffassen, dass er diese Gefahr auf sich genommen hat. Überdies lässt sich der Angriff auf den Polizisten aber auch als Angriff auf den Staat und damit die Gemeinschaft begreifen und die gemeinschaftliche Trauer – abgesehen vom Ereignischarakter – als Reaktion darauf.“

Dem dürfte nichts mehr hinzuzufügen zu sein.


(533)
Am 17.11.2011 um 15:38 Uhr schrieb Miriam aus Kassel:

Vielen Dank für die spannenden Texte! Ich habe alle Bücher voller Begeisterung gelesen und fühle mich mental gut vorbereitet auf mein Polizei-Studium was ich im Februar mit 31 Jahren ENDLICH beginne. Manche brauchen eben etwas länger…


(532)
Am 08.11.2011 um 23:34 Uhr schrieb David aus Braunschweig (DaviK24@web.de):

"Wir sind - Ihr"
schreibt die Autorin und Polizeibeamtin Verena Darms am 05.11.2011 in ihrem Beitrag "Ihr und wir" hier auf dieser Seite.

Ich kann nur aus vollstem Herzen und als "Zivilist" oder besser Mitbürger antworten:

Ja, Ihr seid wir! Und Ihr seid sogar unsere bessere Seite, denn Ihr riskiert jeden Tag Eure Gesundheit, damit wir in Frieden leben können. Dafür an dieser Stelle ein einfaches aber herzliches DANKE SCHÖN!


(531)
Am 01.11.2011 um 09:13 Uhr schrieb Karl Heinz Weber aus Kulmbach (karl-heinz-weber@web.de):

Hallo,
ich bin heute durch facebook auf eure homepage aufmerksam geworden. Ich bin seit mehr als 40 Jahren Polizeibeamter und gehe im März 2011 in Ruhestand. Ich werde mich auch als Autor versuchen, denn in 4 Jahrzehnten sammelt sich einiges an, was man nicht unbedingt für sich behalten will.
KHW


(530)
Am 30.10.2011 um 14:47 Uhr schrieb C.B. (CarolaBauer11@gmx.de):

Guten Tag,
nachdem mein Sohn vor ein paar Monaten festgenommen wurde und dies nicht sehr "sanft" erfolgte, fragte ich mich danach, warum ich eigentlich Steuergelder für eine solche Institution "Polizei" bezahle. Danach kamen noch weitere eher "negative" Begegnungen mit der Polizei (häufig im Zusammenhang mit dem Geschehen zuvor).
Da ich meinte bisher eine gute Mutter zu sein, machte ich mich im Internet auf, um Foren zu suchen, in denen ich über die "böse Polizei" schimpfen konnte. Da ich ja nicht glaubte, dass mein Sohn einen Fehler begangen hatte... Nun, jetzt ahne ich, dass ich mehrfach in die falsche Richtung schaute und nicht wahrhaben wollte, was dort draußen in der wirklichen Welt vor sich ging.
Die Internetseite der Polizeipoeten, aber auch gerade ein Buch "Jeden Tag den Tod vor Augen" hat meinen Blick erhellt.
In Anbetracht der Ereignisse in meiner Familie denke ich, dass ich nicht mehr auf die Polizisten schimpfen sondern mich bei ihnen bedanken sollte.
Dies möchte ich hiermit bei ihnen tun, auch wenn die Polizisten die damals meinen Sohn verhaftet haben, dies nicht mitbekommen.
Danke für ihre Arbeit und Danke für ihren Einsatz.

Mein anfänglich negatives Bild der Polizei hat sich gewandelt.

Gott schütze die Polizisten.
C.B.


(529)
Am 21.10.2011 um 23:23 Uhr schrieb christiane reich aus hauteroda (christiane.reich@yahoo.de):

ich wollt nur mitteilen, habe den besagten präsentkorb im mai bei meiner nächsten polizeiwache abgegeben. sehr erstaunt und verwundert war diese junge polizistin aber sie strahlte ehrlich und ich wußte: genau das war richtig. bedankte mich noch bei ihr und ihrem kollegen mit einem handschlag und ging erleichtert wieder. ich bin froh, dass sie alle ihren job so gut machen und ein "danke" war mir einfach sehr wichtig.


(528)
Am 10.09.2011 um 22:56 Uhr schrieb Johanna Decker aus Sulzbach - Rosenberg (johanna.decker@t-online.de):

Hallo zusammen.Ich wollte mich bei all denen bedanken,die bei den Polizei Poeten schreiben.Ich bin 19 jahre alt und habe alle Bücher schon mehrere Male gelesen.Ich kann nur sagen macht weiter so.Seit 3 Jahren will ich zur Polizei,da waren oft zweifel ob das den der richtige Beruf für mich wäre.Aber durch die Polizei Poeten ist mir meine Entscheidung leichter gefallen.Ich möchte auf jeden Fall nach meiner Ausbildung zur med.Fachangestellten,die ich momentan mache Polizistin werden.


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